01 Dezember 2009 ~ 0 Comments | ÄHNLICHE ARTIKEL

Die Entwicklung der Kreolen


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Was viele nicht wissen oder – wie ich gestern durch meine Schwiegereltern erfahren habe – garnicht mitkriegen ist, dass ich Ohrringe trage: Den ersten habe ich mit 6 oder 7 Jahren bekommen.

An dem Tag, an dem meine Mutter und ich zu einem Schmuckladen am Cecilienplatz gegangen sind, war ich total happy :D ! Die Freude verflog schnell, als die Frau in dem Laden mit der Lochpistole ankam: Da war das Geschrei dann groß ;-) . Ich erinnere mich noch daran, dass das frische Ohrloch im kalten Wind ziemlich wehtat.

Das letzte Ohrloch habe mir mit 18 stechen lassen: Damals hatte ich dann insgesamt 4 Ohrringe – 2 in jedem Ohrläppchen. Meiner Mutter war das zu viel: Sie wollte zu der Zeit nicht einmal mehr gemeinsam mit mir vor die Tür treten!
Nunja, jedenfalls habe ich irgendwann erst einen Ohrring wieder raus gemacht und irgendwann noch einen zweiten – seitdem trage ich in jedem Läppchen einen Ohrring.

Vielleicht kennt ihr ja das Märchen, dass Männer, die einen Ohrring im rechten Ohr tragen, immer schwul sind. Als ich die schwule Szene erkundete, fragte ich natürlich auch danach, schließlich wäre es ein ideales Erkennungszeichen gewesen :D !
Lustigerweise kannten die meisten, die ich fragte, dieses Klischee überhaupt nicht. Ich war jedenfalls froh, während meiner Zeit am 4. OG nur einen Ohrring getragen zu haben – und zwar am linken Ohr. Auch so wurde ich schon oft genug als “Homo” beschimpft.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Natürlich habe ich in den letzten Jahren auch schon einige Ohrringe besessen: Von den Titansteckern, die man beim Stechen eines neuen Loches bekommt, über Herz- und Stern-Stecker bis hin zu Kreolen. Vor allem letztere haben es mir angetan, weshalb ich sie noch bis heute trage – ich persönlich bevorzuge übrigens silberfarbene, da sie nicht so sehr auftragen und dadurch weniger prollig wirken ;-) .

Früher war es eine Qual, eine Kreole anzulegen! Sie bestanden aus einem Hohlkörper und einem beweglichen Stecker, der in den Hohlkörper gesteckt werden musste – erst dann war der Ohrring verschlossen. Jedes Mal brauchte man zig Minuten für diesen Akt und danach taten einem immer die Finger weh! Der Grund: Man musste doll drücken und die Kreole leicht verformen, damit der Stecker passte. Man konnte zu schwach drücken; man konnte zu starken drücken; man konnte den Hohlkörper auch seitlich verfehlen.

Ziemlich alte Kreole mit Hohlkörper

Ziemlich alte Kreole mit Hohlkörper

Erst Jahre später fand ich Kreolen mit einem Schnappmechanismus: Diese lassen sich wesentlich leichter schließen :-) . Allerdings haben auch diese ein Problem: Sowohl am Schließmechanismus, als auch am Gelenk sammelt sich der Dreck :-( !

Kreole mit Schnappmechanismus

Kreole mit Schnappmechanismus

Der unbedarfte Nicht-Ohrringträger fragt nun vielleicht, welcher Dreck gemeint ist :D . Gemeint ist damit die Mischung aus Shampoo, Seife und (afaik) abgestorbener Haut. Normalerweise wäscht man den Ohrring und das Ohrloch regelmäßig und gut ist. Aber der Mechanismus bei diesen Ringen ist so geformt, dass man jedes Mal einige Arbeit hat, wirklich alles wieder sauber zu bekommen.
Nach einigen Scherereien mit dem Reinigen dieser Dinger bin ich dann gestern – am ersten Advent – zum Entschluss gekommen, mir neue Kreolen zuzulegen :D !

Man höre und staune: Es scheint jetzt einen neuen Mechanismus zu geben. Dieser rastet zwar immernoch in einer Mulde ein, allerdings wurde das Gelenk nun vom Schließmechanismus getrennt. Dadurch ist es wesentlich einfacher, den Stecker zu reinigen :-) !
Da ich ja nun zudem “Großverdiener” bin, habe ich mich von Weißgold als Material für die Ringe überzeugen lassen: Im Gegensatz zu Silber läuft Weißgold nicht dunkel an ;-) . Nagut, ein paar günstige Ringe aus Silber mit dem gleichen Mechanismus habe ich mir auch zugelegt – falls mir mal ein Goldring abhanden kommen sollte, habe ich dann wenigstens ein hübsches Provisorium :D !

Ring aus Silber (links) Ring aus Weißgold (rechts)

Ring aus Silber (links), Ring aus Weißgold (rechts)

Die Ringe aus Weißgold waren ursprünglich übrigens poliert (glänzend) und wurden auf mein Bitten noch direkt im Laden für mich mattiert :D ! Das war mal echter Service :-) .

Soderle, ich hoffe mal, dieser kleine Einblick hat euch gefallen, auch wenn ihr normalerweise keinen Schmuck kauft ;-) . Vielleicht denkt der eine oder andere sich ja jetzt vielleicht: “Mensch, ich glaube, ich lasse mir auch ein Ohrloch stechen!” :D .


Löchrige Grüße, Kenny



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