06 März 2009 ~ 4 Comments | ÄHNLICHE ARTIKEL

“Ich hab’ doch nichts zu verbergen”


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Gestern war es mal wieder soweit und ich wurde mit dem Problem Datenschutz- und Persönlichkeitsrecht konfrontiert – das passiert öfters mal, da es tatsächlich Leute gibt, denen es ziemlich egal zu sein scheint, was mit ihren Daten angestellt wird. Da ist es egal, ob das nun Smoker von den Blogflöten ist, der ein Online-Projekt anpreist, über das man seine (und damit evtl. auch meine) Kontaktdaten weltweit synchronisieren kann, oder andere Leute, die sich z.B. nicht über die Benutzung von Google Mail belehren lassen wollen:

Die Computer von Google werten die Informationen in Ihren Nachrichten aus verschiedenen Gründen aus, unter anderem zur Formatierung und Darstellung der Informationen für Sie, zur Schaltung von Anzeigen und verwandten Links, zur Vermeidung von unerwünschten Massen-E-Mails (Spam), zur Sicherung Ihrer Nachrichten und zu anderen Zwecken im Zusammenhang mit dem Angebot von Google Mail.
(Google Mail Datenschutz)



Die Antwort, die man dann erhält, ist meist ein lapidares “Ich hab’ doch nichts zu verbergen”. Dass durch deren ungenügende Beachtung des Datenschutz auch ihr Umfeld betroffen ist, das sehen diese Leute anscheinend meist nicht.

Immerhin sind es auch meine Informationen, die Google da mitliest, wenn ich solch einer Person notgedrungen eine E-Mail schicken muss und immerhin sind es auch meine persönlichen Kontaktdaten, die da dann wer-weiß-wo in der Welt auf irgendwelchen Servern liegen, ohne, dass ich davon überhaupt weiß!

Deswegen: denkt nicht nur an euch, sondern auch mal an die anderen! Oder um es mit den Worten von Helen Lovejoy auszudrücken: “Kann denn nicht ein einziges Mal jemand an die Kinder denken?!”


Geschützte Grüße, Kenny



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4 Comments to ““Ich hab’ doch nichts zu verbergen””

  1. Smoker 7 März 2009 at 20:13 Permalink

    Warum dann so stark gegen ZYB protestieren, wenn hier doch der Gebrauch der Daten auch in den AGB’s eindeutig geregelt ist (übrigens zugunsten der Datenschützer)?

    Das Argument, dass Sie sich ja nicht dran halten können, kann ja auch bei den Diensten zutreffen, bei denen du weißt das Sie deine Daten (und damit auch Daten von anderen, die du kennst) haben.

    • Mea Culpa 9 März 2009 at 05:52 Permalink

      Weil es immernoch ein Unterschied ist, ob ich meine eigenen Daten auf’s Spiel setze oder die Daten anderer! Mal anders formuliert: bspw. definiert Google nur, was mit den Daten der Nutzer gemacht wird – nicht, was mit den Daten der anderen Beteiligten gemacht wird.

  2. Smoker 7 März 2009 at 13:27 Permalink

    Der Artikel postuliert 2 Thesen:

    1. es gibt Menschen, denen es “ziemlich egal” ist, was mit ihren Daten “angestellt” wird. “Ziemlich egal” ist eine verallgemeinernde und Floskel. “Ziemlich egal” ist es mir definitiv nicht! Ich habe mich vorher eingehend mit den AGB’s beschäftigt, welche mir äußerst seriös erschienen sind. Wäre es mir egal, hätte ich mir diesen Aufwand nicht gemacht.

    2. Es ist schlecht (für das warum hast du aber keine Begründung angegeben ;) wenn dritte ungefragt betroffen sind:
    Ich war selbst ewige Zeit Gegner von Diensten wie Google Mail. Allerdings bieten diese für die Daten (und Informationen), welche du preisgibst ein sehr guten kostenlosen Service an. Ich betrachte die Informationsverarbeitung inzwischen als “Bezahlung”. Darüber sollte man sich allerdings von vornherein klar sein… Heutzutage muss man Daten von sich preisgeben, damit man überhaupt online interagieren kann. Du kannst mir nicht erzählen, dass die gespeicherten Kontaktdaten, übermittelten Informationen und Verhaltensweisen z.b. bei GMX oder MSN live nicht zu kommerziellen Zwecken “missbraucht” werden. Diese Dienste schließen das zwar in ihren AGB’s (wie auch ZYB) aus, aber wer weiß. Ich habe keine Kontrolle darüber, ob die anderen Anbieter nicht genau wie Google diese Daten verarbeiten und wer-weiß-was damit anstellen.

    Ich finde, in der heutigen Zeit muss sich jeder darüber im klaren sein, dass ALLES was man im Internet tut, “missbraucht” werden kann und das Datenfreigabe bei kostenlosen Diensten als Bezahlung zu verstehen ist.

    • Mea Culpa 7 März 2009 at 19:55 Permalink

      zu 1.) “ziemlich egal” ist in meinem Wortschatz eine Abschwächung gegenüber “vollkommen egal”

      zu 2.) warum sollte ich begründen müssen, dass ich nicht will, dass Dritte Zugang zu meinen privaten Inhalten haben – diese sind, wie es der Begriff schon sagt, privat. Würde ich wollen, dass jeder Zugriff darauf haben kann, dann würde ich die Inhalte öffentlich machen! Und genau das IST doch das Problem: bei den einschlägigen Diensten weiß ich, wer meine Daten erhält und was er (laut AGB) damit machen kann und was nicht. Bei Google Mail und Co. ist das nicht der Fall – diese behalten sich sämtliche Nutzungsrechte vor.


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