09 Juni 2009 ~ 29 Comments | ÄHNLICHE ARTIKEL

Nofollow gefährdet das Web


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Eigentlich hatte ich vor, im Artikel des Monats Juni über ein ganz anderes Thema zu schreiben, aber wie es scheint, haben die Jungs von Bloxxo.de mit ihrem Umfrageartikel von diesem Sonntag zum Thema “Herrscht in der deutschen Blogosphäre Linkgeiz” eine richtige Welle losgetreten.
Bereits einen Tag später haben sich sowohl kleinere Blogs wie seo2feel, als auch Größen der Szene diesem Thema angenommen – darunter unter anderem die Blogger-World und die Blog-Parade.

Das Thema selbst ist dabei garnicht mal so neu. Bereits 2005 hat Google das sogenannte Nofollow-Attribut eingeführt, um damit dem Linkspam entgegenzuwirken. Bei der Einführung wurde jedoch anscheinend nicht der Egoismus der Webseitenbetreiber berücksichtigt.
Im Grunde sind Links Empfehlungen eines Seitenerstellers für den Leser: sozusagen ein “Guck mal dort, dort findest du evtl. weitere interessante Informationen zu dem Thema”. Die Suchergebnisliste von Googel z.B. basiert unter anderem auch darauf, von wievielen anderen Leuten eine Seite verlinkt wurde – durch das Nofollow-Attribut existiert zwar der Link, aber er wird von Google nicht weiter beachtet.
In letzter Konsequenz wird dadurch die natürliche Struktur des Web beschädigt: gute Seiten, die oft referenziert werden, werden nicht oft gelesen, weil sie in Suchergebnissen nicht auf den kritischen ersten 2-3 Seiten zu finden sind.

Nicht nur kleine Webseiten stören auf diese Weise das Gefüge: ein prominentes Beispiel des Nofollow-Einsatzes ist z.B. das offene Mitmach-Lexikon Wikipedia – bereits vor Jahren wurde auf Perlentaucher.de über dieses massive Problem berichtet.
Einzige Schlussfolgerung scheint, Wikipedia dadurch zu schädigen, wodurch es überhaupt erst so erfolgreich geworden ist: durch die Nutzung der gleichen Technologie wird versucht, Wikipedia in den Suchergebnis-Listen der großen Suchmaschinen deplatzieren.
Da führt sogar soweit, dass es eigene Plugins gibt, die nur dazu da sind, um Links zu Wikipedia in Nofollow-Links umzuschreiben.
Ich verwende hier auf WeizenSpr.eu ein DoFollow-Plugin, das Wikipedia-Links jedoch weiterhin mit dem Nofollow-Attribut versieht.

Doch was kann man gegen die Nutzung von Nofollow unternehmen?
Mein eigener Lösungsansatz ist zwar radikal, würde jedoch evtl. einen Weckruf in der deutschen Webcommunity hervorrufen: Es sollte so etwas wie eine schwarze Liste geben, auf der die Webseiten geführt werden, die Nofollow-Links einsetzen. Über diese würden Links zu diesen Seiten ebenfalls auf Nofollow gesetzt werden – so lange, bis die entsprechenden Seiten die Nutzung von Nofollow einstellen.
Spätestens wenn die Leute schlechtere PageRanks erhalten und dadurch Werbeeinnahmen verlieren, verstehen sie vielleicht, dass es sich beim Web um eine lebendige Community handelt und Seiten von dieser gepusht oder aber auch fallen gelassen werden können.
Damit wäre allerdings nur ein Teil des Problems gelöst. So würde Links zwar wieder ein höherer Wert zugeschrieben werden können, die Leute, die überhaupt nicht verlinken, würde dies allerdings nicht interessieren.

Man muss sich in diesem Bereich jedoch auch die Frage stellen, ob es überhaupt einen Zwang zum Verlinken geben kann und ob es diesen wirklich geben sollte?
In meinen Augen kann und sollte es keine Verlinkungspflicht geben – es sollte jedoch eine allgemeine Aufklärung darüber geben, was externe Links bedeuten, wie diese den eigenen PageRank beeinflussen und wie natürlich gewachsene Verlinkungen das Web als strukturschwaches Medium unterstützen und für den Konsumenten nützlicher machen können.

Abschließend würde mich natürlich interessieren:
Verwendest du auf deiner Seite das Nofollow-Attribut? Warst du dir dieser Problematik bereits bewusst? Wie könnte man deiner Meinung nach die Verlinkungsbereitschaft erhöhen?

Im aktuellen “Spreu oder Weizen?” kannst du deiner Meinung zur Nutzung des Nofollow-Attributs ebenfalls noch einmal Ausdruck verleihen.


DoFollow-Grüße, Kenny



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20 Comments to “Nofollow gefährdet das Web”

  1. jan 27 Februar 2010 at 22:07 Permalink

    ich denke mal auch das viele das nofollow auch nur unwissendlich einsetzten , ist ja durch wordpress so eingestellt

  2. Miriam 27 Februar 2010 at 19:38 Permalink

    Ich hasse auch die ganze Debatte!

  3. jan 15 Januar 2010 at 19:45 Permalink

    Ich habe es schon immer nicht verstanden wie so Seiten wie Wiki oder verschiedene Boomarkdienste sich auf die Forderung von Google eingelassen haben nofollow zu verwenden

  4. Marc 9 Januar 2010 at 18:35 Permalink

    Nofollow bringt leider überhaupt nichts. Kommentarspam kommt trotzdem noch, auch manueller!

  5. Matthias 29 Dezember 2009 at 20:09 Permalink

    Ein schöner Beitrag zu diesem Thema … leider wird das Attribut unwissentlich oder bei erfahrenen Leuten wissentlich falsch verwendet. ciao Matthias

  6. Max 24 Oktober 2009 at 23:04 Permalink

    Ich finde, dass Wordpress eines der größten Probleme darstellt, da bei dem Tool standmäßig nofollow eingestellt ist. Ich denke, dass viele Blogger keine Lust haben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, weil deren Interessengebiet einfach ganz woanders liegt. Also installieren sie nicht das dofollow Plugin und keiner bekommt mehr Linkpower ab. Ein Desaster.

  7. Matt 2 August 2009 at 00:34 Permalink

    Dein Vorschlag mit der schwarzen Liste ist eigentlich ganz gut. Im Grunde müsste man ja nur das Wordpress Plugin ‘Nofollow Case by Case’ so umbauen daß es nicht nur bei Kommentaren prüft ob ein Blog Nofollow einsetzt sondern auch bei Links die aus einem Artikel heraus gesetzt werden.

  8. rainer 6 Juli 2009 at 18:49 Permalink

    Meine Meinung dazu ist: Als rein privater User ist es mir im Grunde völlig egal, ob der Link nun follow oder nofollow ist. Es spielt für mich einfach keine Rolle, da ich meine Blogs / Websites “just for fun” publiziere. Ich kann schon verstehen, dass es für professionelle Anwender ärgerlich ist, finde das Lamentieren darüber in einigen Foren jedoch nervig. Meine Güte: Dann sind halt ein paar Kommentare oder was auch immer auf nofollow gesetzt. Na und? Es gibt genug “normale” follow-Verlinker. overblog zB setzt nur auf follow, und da gibt es schätzungsweise tausende Blogs alleine im deutschsprachigen Raum. Da sollte sich der eine oder andere follow ausgehen. :-)

    • Mea Culpa 7 Juli 2009 at 01:12 Permalink

      Overblog? Was ist das? Nein… ist natürlich nur übertrieben… aber: WordPress.com und WordPress.org sind weltweit die Blogging-Plattformen schlechthin. Und beide verwenden (aufgrund der gleichen Code-Basis) nofollow. Bei den zig Verlinkungen im Web ist das einfach unglaublich schädlich, wenn es um die Erstellung von ordentlichen Suchrankings geht.

  9. Jens 12 Juni 2009 at 10:10 Permalink

    Ähm du weist aber schon, dass wikipedia ein schechtes beispiel ist, da die verlinkungen in einem wikipediaartikel den pagerank nicht beeinflussen sollen? das würde ja heißen, dass jeder, der einen artikel schreibt, “werbung” (zwecks besseren pageranks) damit machen könnte (eigennutz!).

    der ausweg der beschrieben wurde, ist natürlich ein hirngespenst und es hat seine gründe, warum dieses thema bereits vor jahren diskutiert wurde und “eingeschlafen” ist.

    dem beitrag fehlt es an objektivität.

    • Jens 12 Juni 2009 at 16:55 Permalink

      anderes beispiel:

      “Another use of nofollow is when you’re writing content and wish to reference a website, but don’t want to pass your reputation on to it.”

      einsatzgebiet ist meistens im user generated content nötig. guestbooks, forums, shout-boards, referrer listings und dementsprechend auch wikipedia. das gewöhnliche web wird keinesfalls davon in mitleidenschaft gezogen. ganz im gegenteil, nur so können seiten wie wikipedia ihren hohen pagerank aufrechterhalten, denn bei jeder gewöhnlichen verlinkung verliert die host seite ein teil des pageranks. so werden zb. linkfarmen effektiv ausgebremst. dies wird mit rel=”nofollow” verhindert und sichert wikipedia bei den suchergebnissen die obersten plätze.

      • Mea Culpa 13 Juni 2009 at 12:55 Permalink

        Ich denke nicht, dass Wikipedia ein schlechtes Beispiel ist: viel eher würde mich interessieren, was so schlimm daran ist, die eigene Reputation an eine Seite weiterzugeben, die man selbst als Quelle nutzt. Man muss bedenken: ohne diese Quellen wäre Wikipedia bei weitem nicht so aussagekräftig, dass es als echtes Lexikon auch nur in Erwägung gezogen werden würde.
        Vor allem die deutsche Wikipedia wird bereits mehr moderiert, als es bei “User-Generated Content” wünschenswert ist – da blitzt einfach der deutsche Kontrollzwang wieder durch: aber wenn sie dort Werbung entdecken, sollen sie die halt entfernen – so, wie sie es ja auch mit qualifiziertem Inhalt tun.

        • Jens 23 Juni 2009 at 15:29 Permalink

          Der Grund liegt darin, dass mit jedem link ein gewisser anteil des pageranks der verlinkenden seite an die verlinkte seite wandert (”verschoben”) wird.

          • Mea Culpa 23 Juni 2009 at 15:40 Permalink

            Das ist leider die allgemeine Fehlinformation. Man verliert keinen PR-Wert dadurch, das man verlinkt – zumindest konnte dieser Effekt bisher nicht nachgewiesen werden. Es wäre auch vollkommen kontraproduktiv für die Erstellung der SERPs.

    • Mea Culpa 13 Juni 2009 at 12:49 Permalink

      Es hat niemand behauptet, dass WeizenSpr.eu objektiv wäre ;-) . Hier geht es schließlich um meine Sicht der Dinge :-P !

  10. Clatsch 9 Juni 2009 at 22:01 Permalink

    Ich kann dir da nur zustimmen und deine Vorgehensweise unterstützen, muss das zuerst ändern

  11. OlafBlutaxt 9 Juni 2009 at 18:25 Permalink

    also ich denke dazu folgendes
    (1) es gibt noch mehr suchmaschinen außer google und wer weiß ob die googles attribut in ihrem crawler eingebaut haben, denn eine pflicht dazu besteht ja nicht
    (2) wer weiß wie google mit diesem attribut in ihrer berechnung verfahren zumal sie ja wissen das sie mit einer solchen methodik ihre suche beschneiden. ergo kann ich mir gut vorstellen das trotz attribut diese links gezählt werden wenn auch mit kleinerem gewicht.
    ergo: problem wenn dann nur für google interessant (geht ihre suche dadurch kaputt wechseln die leute zu anderen)

  12. Mirco 9 Juni 2009 at 17:31 Permalink

    Hi,

    Die Welle habe ich zusammen mit Thomas von Blogger World und meine Wenigkeit ins Rollen gebracht. Nun wird das ganze durch die Blogosphäre getragen :-) Bloxxo habe ich auch schon informiert ob diese auch bei der Blogparade von mir mit machen. Um so mehr Leute mit machen um so besser. Mal schauen was am Ende dabei heraus kommt.

    Gruß

    Mirco

    • Mea Culpa 9 Juni 2009 at 17:42 Permalink

      Hallo Mirco, mit der losgetretenen Welle war eigentlich gemeint, dass sich nun anscheinend einige wieder diesem Thema widmen ;-) . Und das Thema haben afaik die Leute von Bloxxo.de am 07.06. aufgenommen und einige andere sind am 08.06. nachgezogen. Zur Blogparade habt ihr dann aufgerufen, da hast du Recht :-D .


9 Trackbacks to “Nofollow gefährdet das Web”

  1. [...] 09.06.2009 – Nofollow gefährdet das Web [...]

  2. [...] blog-parade.de seo2feel.de crazytoast.de und fotografie-blog itler.net querverweis-blog.com optikerschuetz.de blogger-world.de seo-monster.de lima-city.de [...]

  3. <strong>Offtopic: Kommentare, Nofollow und der Wert von Links…</strong>

    TechnikMonster.de ist zwar noch ein realtiv junger Blog aber dennoch gehören auch wir zur deutschen Bloggosphäre und möchten auf eine Aktion von Mirco von seo2Fell hinweisen.
    Im Augenblick ist gerade ein Thema relativ populär in der deutschen Blogs…

  4. [...] richten sich die Webmaster wie Melnomany und Mirco an die SEO-Welt und plädieren dafür, dass das NoFollow-Attribut weniger genutzt wird und sich der Linkgeiz, der derzeit in [...]

  5. Linkliebe sagt:

    [...] Mirco, ausgeführt von Melnomany hat sich die “Aktion gegen Linkgeiz” bislang schon bis in die entlegendsten Gebiete des WWW verbreitet. Wieso ich an der Blogparade, Aktion oder wie auch [...]

  6. [...] Blog kann man das ganze noch attraktiver gestalten. Hierzu wurde vor kurzem eine Aktion ins Leben gerufen, die das Thema do-follow versus no-follow [...]

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