Der wahre Hacker…
Hacker sind auch heute noch ein Mythos. Das liegt wahrscheinlich daran, dass außenstehende nicht verstehen, was diese Leute machen und wie sie es anstellen. Leider gibt es auch solche Exemplare, die zwar keine Ahnung haben, aber trotzdem unbedingt als Hacker angesehen werden wollen. Dabei kommen dann solche Perlen der Unterhaltung heraus:
Ja, in der Tat war dieses Video des “NextGenHacker101″ Anlass für diesen Blogeintrag: Leute, die Ahnung von der Materie haben, finden das Video einfach nur saukomisch – weil nichts davon korrekt ist. Schlimmerweise könnte sich dieses Nichtwissen bei technikfernen Leuten wirklich festsetzen
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Aber es ist kein Einzelfall: Viele Leute verstehen unter “Hacken” das stupide Einbrechen in einem (Windows-) Computer. Jeder Taschenspielertrick scheint recht zu sein, um die Bezeichnung “Hacker” zu erlangen. Z.B. hier:
Dass dieser “Hack” nur dann funktioniert, wenn kein Administrator-Passwort gesetzt ist, wird dabei einfach mal verschwiegen. Stattdessen hätte man lieber zeigen sollen, wie man über Linux das Admin-Passwort zurücksetzen kann. Aber das wäre wohl zu viel Arbeit gewesen
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In der gleichen Liga wie die “Ich kann mich in einen ungeschützten Account einloggen”-Hacker spielen die “Ich kann das Passwort ändern, wenn ich bereits eingeloggt bin”-Hacker:
Darüber gibt es dann eigentlich nur noch die Leute, die sich irgendein Programm besorgen und denken, damit jetzt endlich ein Hacker zu sein. Egal, ob es sich dabei dann um normale Remote-Desktop-Tools handelt oder aber um echte, coole “Hacker-Tools” – mit richtig vielen fiesen Knöpfen wie “Vertausche die Maustasten”, “Gib eine Nachricht aus” aus oder anderes Zeug. Ja, in der Tat! Solche Tools könnten auch richtige Hacker benutzen. Nur mit dem Unterschied, dass die auch den schwierigen Part meistern: Nämlich das Client-Programm auf dem Zielrechner zu installieren!
Wie jetzt? Im Video wurde das ganze nur lokal verwendet? Und sogar noch mit Warnhinweis der Firewall? Na das ist ja mal echt gefährlich
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Aber jetzt mal im Ernst: Wenn das keine Hacker sind, wer ist dann ein Hacker? Dazu gibt es mehrere Antworten – je nachdem, welche Seite man betrachtet. Im Grunde haben jedoch alle Hackerdefinitionen eines gemein: Sie haben ein tiefes Wissen in dem Fachgebiet, auf das sie sich spezialisiert haben.
Grundvoraussetzung um ein richtiger Hacker zu sein ist meiner Meinung nach vor allem das Interesse daran, sich neue Dinge anzueignen, um vorhandene Lösungen verstehen, erforschen und verbessern zu können. Es ist eigentlich völlig egal, ob man sich jetzt nun die Computersicherheit auf die Fahnen geschrieben hat und guckt, wie man Sicherheitsmechanismen umgehen kann – oder, ob man eher technikaffin ist und sich gerne anguckt, wie irgendwelche Geräte intern verdrahtet sind und man solche Hardware gerne mal für den eigenen Gebrauch umbaut.
Es geht dabei garnicht um Ruhm oder Prestige, sondern primär um den eigenen Spieltrieb – herauszufinden, was möglich ist, obwohl es nicht möglich sein sollte; gucken, welche Komponenten man gegen einander ausspielen kann oder um es anders auszudrücken: Gucken, wie weit sich ein System dehnen lässt, bevor es kaputt geht.
Ich persönlich gehe dabei eigentlich immer wie folgt vor: Wenn mir ein neues System (z.B. neue Software) begegnet, gucke ich mir zuerst an, wie sie im Regelfall funktionieren sollte. Wenn ich das verstanden habe, gucke ich mir an, welche Schwachstellen das Gesamtsystem haben könnte (Benutzereingaben, Übergangspunkte zwischen verschiedenen Softwaremodulen, etc.). Anschließend probiere ich aus, wie diese Schwachstellen mit Fehlersituationen umgehen (simple Falscheingaben, gezielte Falscheingaben, usw.). Sollte man nun über ein ungewöhnliches Verhalten stolpern, muss man analysieren, wie es zustande gekommen ist – und man muss überprüfen, ob das Verhalten reproduzierbar und steuerbar ist. Und aus diesen Erkenntnissen baut man dann seine Angriffstragien auf, die dann unter Umständen auch weitere Eingriffe nach sich ziehen können.
Das Vorgehen ist natürlich nur rein exemplarisch – ich bin mir sicher, dass andere Personen auch anders bei ihren Analysen vorgehen.
Wie empfindet ihr gegenüber Hackern? Seid ihr selbst welche? Seht ihr Hacker das absolute Böse? Oder seid ihr solche Fanboys, wie sie in den Videos zu sehen waren?
Hackende Grüße, Kenny









