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[Update] Oh Wunder! Ein uninformiertes CDU-Mitglied!

Gerade habe ich auf Queer.de einen Artikel über Kai Hähner – ein sächsischer CDU-Ortverbandsvorsitzender – gelesen. In diesem wird seine Aussage kommentiert, dass der CSD Jugendliche zur Homosexualität verleiten würde. Da bleibt mir einfach nur die Spucke weg!

Dieser verklemmte “Mensch” hat anscheinend den Schuss nicht gehört! Wer schlabbert sich denn in aller Regelmäßigkeit in irgendwelchen TV-Programmen ab? Zwei Männer? Zwei Frauen? Nein! Es ist in 99% der Fälle ein heterosexuelles Paar, dass sich nach langen Irrungen und Wirrungen endlich doch findet. Werden Jugendliche davon zur Heterosexualität verleitet? Nicht mal das – sonst gäbe es in unserer medienverseuchten, westlichen Welt schon längst keine Homosexualität mehr.
Die Frage danach, wie man überhaupt homosexuell wird, hatte ich schon vor über einem Jahr einmal ausführlich erklärt. Aber es ist wahrscheinlich eine gute Idee, es nochmal niederzuschreiben, damit auch die Leute es irgendwann begreifen, deren Horizont nicht weiter reicht, als sie spucken können.

Man kann sich seine Sexualität etwa so aussuchen, wie man seine natürliche Haarfarbe aussuchen kann. Der Vergleich ist meiner Meinung nach ziemlich passend. Man kann sich die Haare zwar färben, man kann eine Glatze schneiden, aber schlussendlich kommt die echte Haarfarbe wieder durch. Bei der Sexualität ist es das gleiche: Es gibt Leute, die tatsächlich denken, dass man Homosexualität “heilen” kann. Das Einzige, was den Leuten dabei eingetrichtert wird, ist, dass sie ihre Haare färben sollen – meistens, damit sie später eine Chance haben, in den Himmel zu kommen.
Es gibt auch Fälle, in denen Familienväter irgendwann “plötzlich schwul werden”. Schonmal auf die Idee gekommen, dass diese Leute sich einfach nur Jahrzehnte lang verstellt haben, um ein angepasstes Leben zu führen – sich also permanent die Haare gefärbt haben?

Dieser “Mensch” da von der CDU macht nun die Äußerung, dass der CSD dafür sorgt, dass sich die originale Haarfarbe der Jugendlichen ändert. So von wegen: “Klaus geht mit schwarzen Haaren zum CSD und *blub*, als er nach Hause geht, sind sie für immer rosarot.” Ganz ehrlich: Wenn ein Mann sexuelle Erfahrungen mit einem anderen Mann macht, dann gefallen sie ihm nicht und damit ist gut. Er wird mit seinen Weibchen glücklich werden und die Welt heile bleiben. Wenn ihm die Erfahrungen nun aber gefallen… wo ist dann das Problem? Wird man etwa Vegetarier, nur weil einem auch Äpfel schmecken?
Das einzige, was der CSD schaffen kann, ist, dass Jugendliche toleranter im Umgang mit der Homosexualität werden. Und ganz ehrlich: Wenn die Heranwachsenden aufgrund dieser Toleranz eine gleichgeschlechtliche Erfahrung machen wollen, dann ist das ein Schritt in die richtige, sexuell aufgeklärte Richtung! Die Findungsphase ist nicht nur da, um mit dem eigenen Geschlecht umgehen zu lernen, sondern auch herauszufinden, was einem selber gefällt. Wo ist nun das Problem dabei, wenn Pubertierende keine Hemmschwelle mehr davor haben, auszuprobieren, ob ihnen das eigene Geschlecht ebenfalls zusagt?

Das einzige, wozu der CSD also verleitet, ist, die Sexualität als eine natürliche Eigenschaft anzuerkennen, wie es viele gibt – Größe, Augenfarbe, Haarfarbe, Hautfarbe – und er verleitet sie dazu, die Heterosexualität nicht als einzige mögliche Sexualität zu begreifen. Alles darüber hinaus liegt nicht in der Hand des CSD.
Ich persönlich hätte mich gefreut, früher ein breiteres sexuelles Bild gelehrt zu bekommen. Ich musste sämtliche Erfahrungen selber machen, musste selber herausfinden, wo ich Informationen herbekommen und wo ich Leute mit der gleichen Sexualität finde. Der CSD – und die Stadtfeste rundherum – sind für die junge Generation eine gute Möglichkeit, alles aus einer Hand zu erhalten: Besser geht es nicht.

Bevor also gottesfürchtige, bornierte Leute sich zu etwas zu Wort melden, wovon sie offensichtlich nicht den blassesten Schimmer haben, sollten sie vielleicht erstmal anfangen, sich zu informieren und – soweit ihr nicht-existierender Gott will – ihren Horizont auf eine Größe auszudehnen, die sie nicht mehr mit ihrer Spucke abdecken können.

Update:
Nun hat sich auch die TAZ dem Thema angenommen. Es bleibt zu hoffen, dass das Thema jetzt auch in die Öffentlichkeit getragen wird und dieser Kai Hähner die entsprechenden Konsequenzen tragen muss.

Regenbogen-bunte Grüße, Kenny

Posted by Mea Culpa on 23. Juli 2010.

Categories: Allgemein, Alltag, Just Spottet, Politik, Spreu, Update

One Response

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by She-Sign.com, Matthias Chlechowitz. Matthias Chlechowitz said: RT @SheSign: Oh Wunder! Ein uninformiertes CDU-Mitglied! http://bit.ly/9b1Z9S (via @weizenspreu) [...]

    by Tweets that mention Oh Wunder! Ein uninformiertes CDU-Mitglied! | WeizenSpr.eu -- Topsy.com on Jul 24, 2010 at 00:55

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