Archiv | Politik

17. Februar 2010 ~ 5 Kommentare | ÄHNLICHE ARTIKEL

[Update] Köhler unterschreibt Internetzensurgesetz

Nachdem eigentlich alle aufgeatmet und der Ankündigung vertraut hatten, dass das Internsperrgesetz gestoppt werden würde, müssen nun wohl alle wieder in die Realität zurückgeholt werden: Horst Köhler hat das Netzsperrengesetz unterzeichnet.

Laut einer Erklärung hieß es

"Es bestanden keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken"

Ich salutiere ehrfürchtig vor der Inkompetenz der deutschen Politik!

Wer hat uns verraten?
Die Sozialdemokraten!
Wer hat uns verraten?
Die Freien Demokraten!
Wer hat uns verraten?
Die Christlich' Demokraten!


Update:
Auch auf Heise wurde darüber berichtet. Wie nicht anders zu erwarten ist im dazugehörigen Forum eine rote Welle losgetreten worden.

Fassungslose Grüße, Kenny


15. Januar 2010 ~ 8 Kommentare | ÄHNLICHE ARTIKEL

Berlin bekommt Sekundarschule

Da haben sich die Politiker ja was tolles einfallen lassen: In Berlin wird das Schulsystem reformiert. Statt Haupt-, Gesamt- und Realschule wird es neben dem Gymnasium bald nur noch die Sekundarschule geben.

Wie bisher wechseln Schüler nach der sechsten Klasse in die Sekundarstufe - hier haben sie nun die Wahl zwischen dem Gymnasium - das nach 12 Jahren zum Abitur führt - und der Sekundarschule - die wie die bisherige Gesamtschule funktioniert. Das heißt: Je nach Lernleistung erhalten die Schüler eine unterschiedliche Betreuung und Förderung. Diejenigen, die gute Leistungen erbringen werden theoretischer ausgebildet, die schlechten Schüler hingegen bekommen eine praktischere Ausbildung mit Hinblick auf eine Handwerksausbildung.

Das klingt im ersten Moment alles gut und schön, ich hingegen habe aber meine Zweifel, ob das ganze wirklich so eine gute Idee ist. Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern: Zu Beginn waren wir gut 35 Schüler in einer von vier Klassen der Jahrgangsstufe. Das änderte sich von Jahr zu Jahr - die schlechten Gymnasiasten wurden einfach ausgesiebt und zurück blieben die leistungsstärkeren Schüler. So wie im richtigen Leben: Der schwächste fliegt.

Da sich bei den Gymnasien nichts ändert, wird dort alles beim alten bleiben. Das Problem ist meiner Meinung nach die Sekundarschule, denn dort sammelt sich nun alles an - von Leuten, die lieber 13 Jahre für ihr Abitur aufwenden möchten (statt 12 Jahren), bis hin zu denen, für die die Straße das Zuhause ist; die nicht lernen wollen, schwänzen, sich rumprügeln, besaufen und hier und da auch mal mit der Polizei in Berührung kommen. Auch wenn es hart klingt: Ich bezweifle, dass es sich positiv auf die intellektuelle Neoelite auswirken wird, wenn sie Seite an Seite mit den Arbeitslosen von Morgen die Schulbank drücken wird.

Wenn es bei uns auf dem Schulhof z.B. mal Schlägereien gab, dann waren merkwürdigerweise immer Schüler der benachbarten Real- und/oder Gesamtschule beteiligt. Aber Nachbarschulen wird man bei der Sekundarschule garnicht mehr brauchen: Da sind die entsprechenden Leute (die es nunmal dort geben wird) bereits an Board.

Noch zwei Informationen am Rande: Im Zuge der Umstrukturierung sollen gut 30 weiterführende Schulen geschlossen werden. Zudem dürfte es lustig werden, wenn zu viele schwache Schüler sich bei Gymnasien um eine Aufnahme bewerben wollen, denn laut Planung sollen bis zu 50% der Plätze im Losverfahren verteilt werden.
Na das wird ein Spaß werden, wenn ein erstklassiger Schüler durch ein schlechtes Los dazu gezwungen wird, eine Sekundarschule zu besuchen. Besser kann man ein lernwilliges Kind wohl kaum in seiner Zukunftsplanung behindern.

Sekundäre Grüße, Kenny


11. Dezember 2009 ~ 0 Kommentare | ÄHNLICHE ARTIKEL

Filesharing IST eine marktwirtschaftliche Aussage

Gerade habe ich von @Scytale einen Link zu einem Artikel der Zeit Online erhalten, der von Christian Sommer - der Vorstandsvorsitzender der "Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen" - geschrieben wurde. In dem Artikel mit dem Namen "Downloaden für die Demokratie?" setzt er sich mit dem Thema Filesharing auseinander.

Den allgemeinen Tenor des Artikels und die vor Platitüden strotzdenden Aussagen, will ich an dieser Stelle nicht nochmal wiederholen oder kommentieren. Mir geht es lediglich um einen kleinen Absatz auf der zweiten Seite des Artikels. Dort heißt es:

Wenn es tatsächlich darum ginge, das "Broadcast-Modell aufzubrechen", [...] dann wäre das zunächst eine marktwirtschaftliche Frage [...].
(Christian Sommer in der Zeit Online)

Ich mag mich ja irren - und bitte korrigiert mich, wenn ich das tue - aber ich dachte immer, Umsatzeinbußen eines Unternehmens wären eine marktwirtschafte Antwort, die eine "marktwirtschaftliche Frage" beantwortet? Ich meine, dass die Musikindustrie nach Jaaahren des Zögerns, des Meckern und des Klagens verstanden hat, dass die Kunden gerne online Musik erwerben wollen - und zwar nicht zu Ladenpreisen - hat doch gezeigt, dass hinter dem Filesharing tatsächlich eine wirtschaftliche Kraft steht.

Gäbe es eine politische Dimension, dann wäre es nur konsequent, die Produkte der Multis mit den Äxten eben nicht zu konsumieren, sondern zu boykottieren. Paradoxerweise findet aber das nicht statt. Im Gegenteil.
(Christian Sommer in der Zeit Online)

Da hat Herr Sommer aber anscheinend etwas nicht verstanden: Das Problem sind doch nicht die Produkte! Das Problem sind die "Multis mit den Äxten"! Wieso sollte ein normal denkender Mensch die Produkte boykottieren, die er gerne konsumieren möchte, wenn er doch nur den Geldhahn der Multis zudrehen will?

Aber um diese Form des politischen Aussage des Filesharing ging es im Ausgangsartikel "Die politische Dimension des Teilens" des Chaos Computer Clubs garnicht. Dort wurde beschrieben, dass Filesharing eben nicht nur zum Austausch von illegalen Inhalten dient, sondern auch zur Verbreitung von freiem Wissen. Weiterhin wird darin beleuchtet, dass Filesharing ein ideales Medium wäre, um auch kommerzielle Inhalte zu verteilen, wenn endlich ein Weg gefunden werden würde, die Bezahlung der Inhalte ordentlich zu regeln.
Mit solch einer umfassenden Lösung könnte dann jeder zum - sowohl freien als auch kommerziellen - Inhaltsanbieter werden, ohne sich um etwaige Verteilungswege kümmern zu müssen. Und genau deshalb gibt es solch eine starke Content-Lobby; denn die Verlage, Musiklabels und Filmverleihe werden genau dafür bezahlt: Für die Aufgabe, Inhalte für Interessen verfügbar zu machen. Genau diese Unternehmen würden durch einen freien Verteilungskanal früher oder später sterben.


Kommentierende Grüße, Kenny


09. Dezember 2009 ~ 2 Kommentare | ÄHNLICHE ARTIKEL

[Update] Die Regierung gegen die Viren

Ich hatte ja heute das Thema schonmal kurz angeschnitten: Wie im Artikel der Welt Online zu lesen ist, will die Regierung (vor allem das BSI und der Verband eco) eine Art Zwangs-Virenschutz einführen.

Auch Fefe stellt sich - genauso wie ich - die Frage, wie das ganze technisch überhaupt realisiert werden soll. So einfach ist es nämlich garnicht, herauszufinden, ob ein Rechner mit einem Virus infiziert ist: Man müsste Zugriff auf den Rechner haben und diesen dann nach Schadsoftware scannen.
Aber vielleicht ist der Artikel der Welt Online auch einfach nur schlecht recherchiert, denn bei Heise ist nur etwas von Botnetzen zu lesen.

Doch auch bei diesen gibt es mehrere Probleme:

  • Zuerst einmal taucht die Frage auf, weshalb die ISPs plötzlich in der Position sein sollten, sämtlichen Datenverkehr zu analysieren?
  • Dann ist die Frage, ob es überhaupt Mittel gibt, entsprechende Schädlinge effektiv ausfindig zu machen? Wie erkennt man einen Bot? Was unterscheidet ihn von normalem Traffic? Was, wenn die übertragenen Daten verschlüsselt werden?
  • Abschließend ist die Frage, was es dem Bürger bringt? Er selbst hat doch keine Probleme mit Bots. Ihn interessiert doch viel eher, dass niemand seine Daten klaut. Aber genau dafür ist das ganze eben nicht ausgelegt. Wie denn auch?

In den Pressemeldungen der eco und des BSI werden die Aussagen zur Überwachung übrigens äußerst knapp gehalten. Dort wird hauptsächlich von einer Hotline gesprochen, die die Bürger anrufen können, wenn sie infiziert sind. Der Punkt, dass infizierte Rechner automatisch auf eine Antiviren-Webseite weitergeleitet werden, wird nur sehr kurz erwähnt.

Zu was man einen Bürger bringen könnte, der sich hilfesuchend an solch eine Institution wendet (Bundestrojaner installieren, etc.), möchte ich an dieser Stelle garnicht groß erwähnen. Das bleibt der Kreativität meiner Leser überlassen. ;-)


Update:
Da scheine ich mit meiner Meinung genau dem (Segel)Kurs der Piratenpartei zu folgen. Auch im neuesten Heise-Artikel zu dem Thema werden meine Aussagen und Befürchtungen bestätigt.


Virale Grüße, Kenny


02. Dezember 2009 ~ 3 Kommentare | ÄHNLICHE ARTIKEL

Kenny in der Presse II

Was wahrscheinlich die wenigsten von euch wissen: Vor meinem Umzug nach Berlin war ich der Pressesprecher der Piratenpartei in Mannheim. Eines Tages kam das Meier Magazin auf mich zu und fragte mich, ob ich für ein Interview für deren Uni-Zeitschrift bereitstehen würde :D .

Natürlich möchte ich euch auch diesen Artikel nicht vorenthalten und halte mich deshalb an die Bedingungen, die mir von Rico Grimm - ein Mitarbeiter des Meier Magazins - in einer E-Mail genannt worden sind:

Hi Kevin,

ich weiß gar nicht, ob dir nun schon irgendjemand Bescheid gesagt hat wegen der Veröffentlichung der Artikel im Netz. Das ist okay, unter der Bedingung, dass ihr einen Link auf www.meier-online.de setzt und Autor, sowie Ausgabe nennt, in der der Artikel erschienen ist.

Sorry für die (sehr) späte Antwort.

Viele Grüße

Rico Grimm

Der Artikel Von wegen unpolitisch stammt aus dem Meier Uni.Extra, dem Campus-Guide für das Rhein-Neckar-Delta. Er ist zu finden in der Ausgabe WS 2009/2010 auf den Seiten 4 bis 6. Der Autor des Artikels ist Benjamin Preißler und das Foto stammt von Dietrich Bechtel.

Meier Uni.Extra, WS 2009/2010, Seite 4

Meier Uni.Extra, WS 2009/2010, Seite 4

Das Interview mit mir trägt die zusätzliche Überschrift Für mehr Datenschutz (Kevin Niehage engagiert sich in der Piratenpartei):

Meier Uni.Extra, WS 2009/2010, Seite 6

Meier Uni.Extra, WS 2009/2010, Seite 6

Ja, ich weiß: Ich bin tierisch unfotogen! :D


Piratige Grüße, Kenny


560
no-www.org extra-www.org
IPv6 ready XHTML 1.0 Transitional

Datenbank: 51 Abfragen in 0,1860,186 Sekunden