Archive | Spreu oder Weizen?

07 Juli 2009 ~ 1 Comment | ÄHNLICHE ARTIKEL

Linux doesn’t feel like home

Nachdem ich im letzten Monat doch lieber spontan über den Linkgeiz in der deutschen Blogosphäre geschrieben habe, wollte ich dieses Mal endlich das Thema aufgreifen, dass ich mich in letzter Zeit beschäft: Es geht um die Programmierung für Linux.

Immer wieder hört man, dass Endanwender durch Distributionen wie Ubuntu nun in der Lage sind, ohne große Probleme von Windows auf Linux umzusteigen. Doch wie sieht es bei den Entwicklern aus?

Hat schonmal jemand versucht, eine ordentliche IDE zu finden, der eben kein Eclipse Fanboy ist? Das akzeptabelste ist noch die Lazarus IDE und selbst diese ist – gemessen an dem, was für Windows verfügbar ist – unterstes Level.

Borland hatte mit Kylix vor Jahren einmal versucht, eine Linux-Version ihrer Tools Delphi auf den Markt zu bringen – durch den halbherzigen Ansatz konnte sich dieses Produkt jedoch nicht langfristig durchsetzen.

Doch warum gibt es nichts ordentliches? Sind Linux-Entwickler genügsamer, wenn es die Wahl des digitalen Zuhauses geht? Wieso gibt es keine Umgebung, die wenigstens ansatzweise so komfortabel wie z.B. #Develop ist?

Meine persönliche Erklärung: Für kommerzielle Entwicklungstools stellt Linux keinen vielversprechenden Markt dar. Durch die vorwiegende Nutzung von C und C++ (denen unter Linux die LibC zur Verfügung steht) ist zudem der Markt für andere Programmiersprachen noch weiter eingegrenzt.

Bleibt die Frage, was man machen kann, um diese Situation zu ändern. Leider sehe ich weder die Nutzung von Eclipse, noch den Umstieg auf C++ als Alternative an – nicht, weil ich es nicht könnte, sondern weil ich es nicht wollen würde. Schließlich ist Programmierung außerhalb der Arbeit Spaß – dieser würde durch das falsche Werkzeug massiv gemindert werden.

Solange ich keine gute Alternative für Linux finde, werde ich wohl weiterhin primär für Windows programmieren. Hier und da habe ich mir zwar bereits mit der Verwendung von CrossKylix die Mühe gemacht, Ergebnisse durch Cross-Compilation für beide Systeme verfügbar zu machen, jedoch bedeutet dies vor allem bei systemnahen Projekten einen massiven Mehraufwand.

Bist du Software-Entwickler? Welche Plattformen unterstützt? Ist Linux für dich eine Alternative zu Windows? Welche IDE für Linux kannst du empfehlen?


Unzufriedene Grüße, Kenny




Natürlich wollen auch Schwangere im Winter warm verpackt und gegen Schnee und Kälte geschützt sein. Winterjacken, speziell hergestellt für Schwangere sind etwas ganz Besonderes und nicht leicht zu erwerben, da man auf die Frage, ob es Winterjacken für Schwangere gibt, häufig nur ein genervtes "Nein, haben wir nicht bekommt. Jetzt ist es wieder so weit Die neue Schwangerschaftsmode ist da! Wunderbar lang geschnitten, um den Bereich um Hüften und Po, sowie den Bauch vor Kälte zu schützen. Alle Modelle sind mit zahlreichen Taschen versehen, sodass Sie auch einige Accessoires für Sie und Ihr Baby einpacken können. Jedes Modell gibt es in mehreren Farben und auch in großen Größen.
Einige Winterjacken haben Kapuzen, die Sie vor jedem Wind schützen und durch ihren raffinierten Schnitt können einige Jacken sogar nach der Schwangerschaft getragen werden, ohne dass etwas auffällt. So kann die Jacke auch später noch verwendet werden und man muss für den nächsten Winter keine neue Jacke kaufen.



09 Juni 2009 ~ 29 Comments | ÄHNLICHE ARTIKEL

Nofollow gefährdet das Web

Eigentlich hatte ich vor, im Artikel des Monats Juni über ein ganz anderes Thema zu schreiben, aber wie es scheint, haben die Jungs von Bloxxo.de mit ihrem Umfrageartikel von diesem Sonntag zum Thema “Herrscht in der deutschen Blogosphäre Linkgeiz” eine richtige Welle losgetreten.
Bereits einen Tag später haben sich sowohl kleinere Blogs wie seo2feel, als auch Größen der Szene diesem Thema angenommen – darunter unter anderem die Blogger-World und die Blog-Parade.

Das Thema selbst ist dabei garnicht mal so neu. Bereits 2005 hat Google das sogenannte Nofollow-Attribut eingeführt, um damit dem Linkspam entgegenzuwirken. Bei der Einführung wurde jedoch anscheinend nicht der Egoismus der Webseitenbetreiber berücksichtigt.
Im Grunde sind Links Empfehlungen eines Seitenerstellers für den Leser: sozusagen ein “Guck mal dort, dort findest du evtl. weitere interessante Informationen zu dem Thema”. Die Suchergebnisliste von Googel z.B. basiert unter anderem auch darauf, von wievielen anderen Leuten eine Seite verlinkt wurde – durch das Nofollow-Attribut existiert zwar der Link, aber er wird von Google nicht weiter beachtet.
In letzter Konsequenz wird dadurch die natürliche Struktur des Web beschädigt: gute Seiten, die oft referenziert werden, werden nicht oft gelesen, weil sie in Suchergebnissen nicht auf den kritischen ersten 2-3 Seiten zu finden sind.

Nicht nur kleine Webseiten stören auf diese Weise das Gefüge: ein prominentes Beispiel des Nofollow-Einsatzes ist z.B. das offene Mitmach-Lexikon Wikipedia – bereits vor Jahren wurde auf Perlentaucher.de über dieses massive Problem berichtet.
Einzige Schlussfolgerung scheint, Wikipedia dadurch zu schädigen, wodurch es überhaupt erst so erfolgreich geworden ist: durch die Nutzung der gleichen Technologie wird versucht, Wikipedia in den Suchergebnis-Listen der großen Suchmaschinen deplatzieren.
Da führt sogar soweit, dass es eigene Plugins gibt, die nur dazu da sind, um Links zu Wikipedia in Nofollow-Links umzuschreiben.
Ich verwende hier auf WeizenSpr.eu ein DoFollow-Plugin, das Wikipedia-Links jedoch weiterhin mit dem Nofollow-Attribut versieht.

Doch was kann man gegen die Nutzung von Nofollow unternehmen?
Mein eigener Lösungsansatz ist zwar radikal, würde jedoch evtl. einen Weckruf in der deutschen Webcommunity hervorrufen: Es sollte so etwas wie eine schwarze Liste geben, auf der die Webseiten geführt werden, die Nofollow-Links einsetzen. Über diese würden Links zu diesen Seiten ebenfalls auf Nofollow gesetzt werden – so lange, bis die entsprechenden Seiten die Nutzung von Nofollow einstellen.
Spätestens wenn die Leute schlechtere PageRanks erhalten und dadurch Werbeeinnahmen verlieren, verstehen sie vielleicht, dass es sich beim Web um eine lebendige Community handelt und Seiten von dieser gepusht oder aber auch fallen gelassen werden können.
Damit wäre allerdings nur ein Teil des Problems gelöst. So würde Links zwar wieder ein höherer Wert zugeschrieben werden können, die Leute, die überhaupt nicht verlinken, würde dies allerdings nicht interessieren.

Man muss sich in diesem Bereich jedoch auch die Frage stellen, ob es überhaupt einen Zwang zum Verlinken geben kann und ob es diesen wirklich geben sollte?
In meinen Augen kann und sollte es keine Verlinkungspflicht geben – es sollte jedoch eine allgemeine Aufklärung darüber geben, was externe Links bedeuten, wie diese den eigenen PageRank beeinflussen und wie natürlich gewachsene Verlinkungen das Web als strukturschwaches Medium unterstützen und für den Konsumenten nützlicher machen können.

Abschließend würde mich natürlich interessieren:
Verwendest du auf deiner Seite das Nofollow-Attribut? Warst du dir dieser Problematik bereits bewusst? Wie könnte man deiner Meinung nach die Verlinkungsbereitschaft erhöhen?

Im aktuellen “Spreu oder Weizen?” kannst du deiner Meinung zur Nutzung des Nofollow-Attributs ebenfalls noch einmal Ausdruck verleihen.


DoFollow-Grüße, Kenny

02 Mai 2009 ~ 15 Comments | ÄHNLICHE ARTIKEL

Schweinegrippe, ick hör’ dir husten

Hast du eigentlich schon gehört? Es grasiert zur Zeit eine Grippe: die Vogelgrippe… oh pardon… die Schweinegrippe! Die ist sogar so gefährlich und allgegenwärtig, dass ich ihr diesen Artikel des Monats widme.

Nach H5N1 nun also H1N1. Kann denn überhaupt jemand mit dem ganzen Brimborium etwas anfangen? Selbst die FAZ ist anscheinend etwas hilflos im Meer der Nachrichten und verkündet: “Schweinegrippe heißt jetzt Influenza A (H1N1)“.
Dabei ist Influenza A doch altbekannt und keine neue Gefahr! Jeden Winter gibt es doch das gleiche Spiel mit den Kranken, die Land-auf Land-ab umherhusten und umherniesen: ja, auch das ist meistens eine Influenza A.

Aber die neue Grippe wird von Schweinen übertragen! Stimmt! Die Spanische Grippe und die Russische Grippe – beide ebenfalls Influenza A/H1N1 – wahrscheinlich von Spaniern und Russen?

Selbst die WHO hat die Pandemie-Gefahrstufe der Schweinegrippe auf 5 von maximal 6 angehoben. Stellt auch mal vor, die Astronauten fallen Fieber-gebeutelt vom Stuhl! Die Grippe würde wahrscheinlich auf Stufe 7 gehoben werden: sie würde von der Pandemie zur Universalphobie!

Das ist ja auch kein Wunder! Immerhin waren bei der Spanischen Grippe (1918-1920) schätzungsweise 50 Millionen Todesopfer zu beklagen (so schrieb zumindest das Bulletin of the History of Medicine Anfang 2002)! Man stelle sich einmal vor, über ein viertel der deutschen Bevölkerung würde einfach wegsterben – ungeheuerlich. Was, wenn das wieder passiert?

Die Frage, die sich wohl eher stellt, ist: könnte es denn wieder passieren? Und diese Frage würde ich trotz Welt-weiter Panik mit nein beantworten. Also wieder tief durchatmen, entspannen und weiterlesen.

Es ist richtig, dass damals unzählige Menschen ihr Leben verloren haben, doch wie zu lesen ist, war hierran meistens nicht die Grippe selber schuld, sondern Sekundärinfektionen. Vor allem von Lungenentzündungen ist die Rede. In einem anderen Artikel wird dies sogar noch weiter präzisiert:

Das Gefährliche an der Influenza sind oftmals nicht die Viren selbst, sondern die bakterielle Sekundärinfektion, die auf eine Grippeerkrankung folgt. Da der Organismus aufgrund der Bekämpfung der Influenza-Viren bereits geschwächt ist, können Bakterien leichter in den Körper eindringen, sich vermehren und dort zu weiteren Krankheiten führen.
(Wikipedia-Artikel zur Influenza)

Das ist doch sehr interessant, oder? Denn wenn ich von Bakterien höre, denke ich automatisch an Alexander Fleming. Nagut, ich denke zuerst an das von ihm entdeckte Penicillin und finde danach heraus, das er es entdeckt hat ;) .

Das Problem ist nämlich das Jahr der Entdeckung: während von 1918 bis 1920 die Leute an bakteriellen Sekundärinfektionen starben, entdeckte er erst 1928 sein Welt-bewegendes Antibiotikum zur Behandlung von bakteriellen Infektionen.
Durch Penicillin und ähnliche Medikamente sollte es uns also eigentlich möglich sein, die schweren Folgen der Infektionen zu bekämpfen.

Daneben haben wir jedoch auch noch eine andere Waffe, von der gesagt wird, dass sie gegen H1N1 wirksam ist: Oseltamivir heißt dieses Zaubermittelchen.
Noch nie davon gehört? Ich denke doch – aber wahrscheinlich eher unter dem Markenamen Tamiflu®, unter dem die Firma Hoffmann-La Roche (kurz: Roche) es vertreibt.

Warum also diese Panikmache, wenn wir doch wirklich gut gerüstet sind? Warum diese Angst-Einkäufe? Was bringt es euch, Malermasken im Baumarkt zu kaufen, weil die Schutzmasken in der Apotheke ausverkauft sind?
Wenn ihr krank werdet, geht zum Arzt und lasst euch untersuchen. Wenn ihr schwer krank werdet, geht ins Krankenhaus und lasst euch behandeln. Wirklich niemanden bringt diese ganze Panikmache in den Medien auch nur einen einzigen Zentimeter weiter.

Wer übrigens mehr über das Panikproblem zur Schweinegrippe-Zeit lesen will, kann sich auch vertrauensvoll an Bloxxo.de wenden, die sich näher mit dem American Way of Berichtserstattung befasst haben.

An dieser Stelle von mir “Gute Besserung” an alle, die krank sind oder zumindest denken, dass sie es sind. Und vergesst nicht: stimmt im aktuellen Spreu oder Weizen?, was ihr von der massiven Thematisierung der Schweinegrippe in den Medien haltet :) .


Gesunde Grüße, Kenny

03 April 2009 ~ 0 Comments | ÄHNLICHE ARTIKEL

[Update] Ich suche einen Job!

Nachdem am Mittwoch in meinem Ausbildungsunternehmen das erste Übernahme-Kickoff stattgefunden hat, habe ich mir nun überlegt, was ich denn tun könnte, um nach dem Ende meines Bachelor-Studiums am 30.09.2009 nicht auf der Straße sitzen zu müssen.

Natürlich bemühe ich mich, in meiner jetztigen Firma zu bleiben – doch wenn ein gutes Angebot von Außerhalb kommt, wieso sollte man sich das dann nicht mal genauer angucken?

Deswegen mein Appell an alle Leser meines Blogs: Haben Sie zurzeit eine Jobstelle, die Sie mit einem Informatiker besetzen wollen, aber niemanden, der dafür geeignet ist? Wenn ja, dann können Sie sich ja einmal meine Bewerbungsunterlagen ansehen und mich kontaktieren, falls Interesse bestehen sollte :) !

Vielleicht kurz etwas über mich:
Ich bin zurzeit 22 Jahre jung und beende im September 2009 mein Bachelor-Studium im Bereich Angewandte Informatik. Da ich bereits neben dem Abitur 3.5 Jahre als Software-Entwickler gearbeitet habe, kann ich nach dem Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim auf gut 5 Jahre Berufserfahrung zurückblicken.
Zudem habe ich auch in meiner Freizeit an etwas über 320 Projekten gearbeitet: darunter auch an Quelltext, der in der Thorium Scripting Language aufgegangen ist – ein Fremdprojekt, das den DGL Most Active Project Award des Juni 2008 erhalten hat.
Ich habe ebenfalls an der Verbesserung des Freeware-Einwahlprogramm MWconn von Markus B. Weber aus Nürnberg mitgeholfen, für das ich unter anderem die Pascal-Version des IPC-Interface, sowie ein Programm zur Korrelation von Empfangsstärke und GPS-Position (inkl. Bibliothek zum Parsen der NMEA-Datensätze) entwickelt habe.
Meine Interessen reichen jedoch auch über den Computer hinaus: so bin ich z.B. leidenschaftlicher Hobby-Fotograf, Musik-Begeisterter und Auto-Narr.

Im Beruf setze ich hohe Erwartungen in mich, aber auch in mein Umfeld – bei dem ich immer hoffe, dass es meinen stetigen Erfolgsdrang teilt. Ich würde mich besonders über Stellenangebote für die Positionen Software-Entwickler oder Software-Architekt freuen :D ! Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Brutto-Jahresgehalt von 48.000€.

Sollte ich Ihr Interesse geweckt haben, so würde ich mich freuen, wenn sie sich meine Bewerbungsunterlagen ansehen würden oder mich direkt unter Kevin [ät] Niehage [punkt] name kontaktieren würden.

Die Bewerbungsunterlagen beinhalten meinen Lebenslauf; ein Zwischenzeugnis (entspricht einem Empfehlungsschreiben) meines derzeitigen Ausbildungsunternehmens; ein Empfehlungsschreiben der Firma, in der ich vor dem Studium gearbeitet habe; sowie mein Abiturzeugnis.

bewerbungsunterlagen.pdf (1.0MB)



Da dies der Artikel des Monats ist, gibt es natürlich auch wieder eine entsprechende Umfrage dazu ;) ! Den Gewinner des Gewinnspiels werde ich im nächsten Blog-Artikel bekannt geben.


Update:
Da meine Eltern noch paranoider sind, als ich, wurde ich nun dazu veranlasst, die Bewerbungsunterlagen mit einem Passwort zu versehen. Wer die Unterlagen einsehen möchte, wendet sich bitte vertrauensvoll an: Kevin [ät] Niehage [punkt] name


Job-suchende Grüße, Kenny

03 März 2009 ~ 6 Comments | ÄHNLICHE ARTIKEL

Einblick in die Homosexualität

Willkommen beim zweiten Artikel des Monats – zu dem es auch wieder ein Spreu oder Weizen? gibt. Stimmt also ab, was ihr von dem Thema haltet!

Da das Thema insgesamt die Bevölkerung immernoch spaltet und ich hier keine Beschimpfungen jedweder Art dulde, werde ich mir vorbehalten, unpassende Kommentare zu löschen – you have been warned!

Wie immer geht es mir auch darum, ein bisschen aufzuklären, da es leider Gottes immernoch viele, viele, viele Menschen gibt, die absolut keinen Plan von dem Thema haben, sich aber trotzdem über diese menschliche Unsitte brüskieren.
Jeder, der hier mit religiösen Phrasen daher kommen will, sei vorher liebst auf den Schwule Sünde-Artikel verwiesen ;) .

Nun wollen wir aber langsam mal anfangen mit dem ganzen hier :D .
Aber bitte im Hinterkopf behalten: alles, was ich hier schreibe, spiegelt, wie eigentlich immer, meine eigenen Erfahrungen, Ideen und Gedanken wider – es gibt natürlich auch Leute, die anders denken und aggieren, aber auf die habe ich leider keinen Einfluss ;) .

Die erste Frage, die man sich als Außenstehender stellen wird (falls man sich überhaupt damit beschäftigt), ist: wie wird man eigentlich schwul?
Das ganze ist, um es genau zu sagen, noch nicht wirklich allgemein-gültig geklärt worden – es gibt einige Ansätze, wobei die einen überzeugender sind, als die anderen. Es gibt z.B. die Idee, dass das ganze genetisch veranlagt ist, dass es eine freie Entscheidung ist (*kaputt lach*) und so weiter. Die Theorie, die ich persönlich am plausibelsten halte, ist die Hormon-Theorie – die ich nun kurz versuchen werde, anzureißen ;) .
Wie wir ja alle gelernt haben, wird durch das Spermium von Papa bestimmt, ob wir Männlein oder Weiblein werden – entweder Papa gibt uns sein X-Chromosom ab (Weibchen), oder eben sein Y-Chromosom (Männchen). So einfach ist das dann aber leider doch nicht – denn obwohl wir genetisch gesehen ein Männchen (XY) sind, fangen auch wir mal als weiblicher Fötus an.
Während wir heran wachsen, kriegen wir von Mama im Mutterleib über die Zeit mehrere Testosteron-Schübe verpasst, wobei jeder für eine andere Aufgabe zuständig ist – da gibt es einen, der bestimmt, was für ein Geschlechtsteil wir ausbilden (z.B., damit bei den Männchen die Eierstöcke verkümmern können), was für ein Verhaltensmuster ausgeprägt wird (feminin/tuckig oder männlich) und auf welche Reize wir bei einem Geschlechtspartner reagieren.

Jetzt mag man fragen: und wieso genau diese Punkte und keine anderen?
Fangen wir mal an: es gibt z.B. Menschen, die mit beiden, vollständig intakten, Geschlechtsteilen geboren werden. Wir haben da unsere tuckigen Schwulen und unsere Emanzen-Lesben, sowie Schwule und Lesben allgemein.
Aber wie überall im Leben gibt es nicht nur schwarz und weiß, sondern alles ist Regenbogen-Flaggen-bunt ;) . Ich denke mal, jeder hat das schonmal erlebt: man sieht jemanden und denkt sich “der ist doch bestimmt schwul” – bis man erfährt, dass die Person auf Frauen steht und einfach nicht begreift, warum ihn alle für schwul halten. Das Problem: wenig Testosteron bei der Ausprägung der Verhaltenszüge, viel Testosteron bei der Ausprägung des Beute-Schemas – macht insgesamt einen schwul-wirkenden Hetero, der wohl sein Leben lang mit Vorurteilen zu kämpfen hat.
Interessanterweise kann diese Ausprägung der Verhaltungszüge so gestört sein, dass die Leute sich fühlen, als ob sie im falschen Körper geboren wären – dieses Phänomen ist heutzutage unter dem Begriff Transgender bekannt.

Zusammenfassend merke man sich hier also:

  • nicht jeder, der schwul tut, ist es auch
  • man hat keine “Wahl”
  • es gibt einen fließenden Übergang zwischen homo/bi/hetero, sowie zwischen maskulin/feminin

Meist schließt sich die Frage an: und wie merkt man, dass man schwul ist?
Mal eine Gegenfrage: wie merkt ein Hetero, dass er auf Frauen steht? Genau! Er merkt es einfach!
Es gibt keine geheime Schwulen-Beschwörung, kein Drängen von Leuten in die Homosexualität – sie merken einfach (meist im Laufe der Pubertät), dass sie sich zu dem eigenen Geschlecht hingezogen fühlen. That’s it!

Leider ist diese Erkenntnis garnicht so einfach – und sie kann auch sehr schmerzvoll sein. Man stelle sich einen Teenager vor, der damit zu kämpfen hat, dass seine Pickel nicht überhand nehmen, dass er mit den Leuten um sich herum gut klar kommt und der gerade absolut keinen Bock auf das hat, was die Erwachsenen ihm verklickern wollen – es ist doch so schon schwer genug, seinen Platz in der Welt zu finden.
Nun wird dieser Teenie auch noch damit konfrontiert, dass er anders ist, als die anderen – dass er zu einer Gruppe gehört, die von der allgemeinen Bevölkerung mit Verachtung gestraft wird, obwohl er doch garnichts dafür kann!

Ich meine, wie dumm muss man denn bitte sein, wenn man glaubt, dass irgendjemand sich freiwillig dieser Tortur aussetzt, sich selbst als homosexuell zu definieren?! Wer würde denn freiwillig die Gefahr auf sich nehmen, von der Familie, den Freunden und dem Rest der Gesellschaft verstoßen zu werden?!
Schon mehrfach musste ich mir anhören, dass das ganze ja eh nur eine Modeerscheinung ist – dass es im Moment angesagt und cool ist, zumindest ein bissel bi-sexuell zu sein.
Wie wäre es, wenn man sich mal überlegt, warum sich immer mehr junge Leute überhaupt erst trauen, ihre homosexuelle Neugier zu befriedigen? An den alternden Generationen – die sich immernoch an den gut-bürgerlichen Idealen festkrallen, wie eine Katze am Kratzbaum – kann es jedenfalls nicht liegen, dass die Jugend zumindest in Teilen offener und tolleranter gegenüber anderen wird.

Ich weiß noch genau, wie mein erster Kontakt mit Homosexuellen war – wobei man dazu sagen muss, dass ich sehr negativ geprägt wurde. Meine Vorstellung damals war, dass Schwule durch die Bank weg alte, bärtige Männer in Lederklamotten sind, die den ganzen Tag nur auf Popo-Sex aus sind :D .

Jedenfalls war ich zu der Zeit krank und musste alle paar Stunden (auch nachts) Antibiotika zu mir nehmen – für einen Teenager natürlich der ideale Vorwand, bis in die Puppen wach zu bleiben und durch die Kanäle zu zappen ;) .
Eines Nachts bin ich dann mal auf Pro7 hängen geblieben und habe mir mal die verschiedenen Teletext-Angebote angeguckt: damals waren SMS-Chats der absolute Hit – man schickt eine SMS mit seinem eigenen Text an eine Nummer und ein paar Sekunden (oder Minuten) später erscheint der gerade verschickte Text dann Deutschland-weit im Videotext!

Da liege ich also und gucke durch die Raumliste – und plötzlich sehe ich es: Boys meet Boys auf Seite 484 (ich habe nachgeguckt, heutzutage ist das ein ganz anderes Chat-System mit anderen Raumnummern und so weiter). Ich gehe auf die Seite und mache sofort danach den Fernseher aus – mein Herz schlägt mir bis zum Hals! “Oh mein Gott! Ich war auf einer Schwulen-Seite!”

In den nächsten Nächten war ich dann immer wieder mal auf der Seite und habe mitgelesen, worüber Schwule denn so schreiben und war sehr verblüfft – keine Suche nach Sex, sondern ganz normale Konversation: welche schlechten Witze Stefan Raab schon wieder macht, wie schön das Wetter gerade irgendwo ist, wer gerade Stress mit seinem Chef hat, etc.
Eines Nachts war ich dann so mutig, dass ich auch mal eine Nachricht schrieb – die erste von vielen :D . Ohgott, ich weiß noch, dass ich irgendwas geschrieben habe, von wegen, dass diejenigen dort im Chat garnicht so sind, wie ich mir Schwule immer vorgestellt habe :D .

In dieser Zeit habe ich jedenfalls gelernt, dass man dadurch, dass man schwul ist, nicht auf mysteriöse, okulte Weise zu einem völlig anderen Wesen wird, das nur noch geifernd den nächsten Popo-Sex herbei-sehnt ;) .
Ich denke, es ist wichtig, dass Eltern diese Botschaft mitnehmen, da es den Umgang mit dem eigenen, homosexuellen Kind wahrscheinlich sehr vereinfacht: es kann selbst nichts dafür, ist genauso verunsichert wie ihr und wird trotz allem weiterhin der selbe Mensch bleiben – egal wen oder was es liebt!

Man sollte aber auch erwähnen, dass die Eltern sich im klaren sein müssen, dass es sich dabei um eine wirklich schwierige Situation für das Kind handelt: bitte drängt es nicht zu irgendwas und versucht bloß nicht, dem Kind zu erklären, wie schlecht die Homosexualität ist, oder dass nur reiche Leute es sich leisten können, schwul zu sein (nicht wahr, Papa?). Je mehr ihr das Kind unter Druck setzt, desto mehr wird es sich wahrscheinlich zurück-ziehen und versuchen, sich anderweitig (sprich: ohne die Eltern zu involvieren) zu entfalten.

Und was macht man so als Schwuler den lieben langen Tag?
Na genau das, was auch andere machen! Zur Schule gehen, zur Arbeit gehen, Einkaufen, den Haushalt erledigen, das Auto zur Werkstatt bringen, Kochen, Backen, Fernsehen, ein Rock-Konzert geben, ins Kino gehen – Schwule und Lesben sind wie alle anderen Menschen auch, nur dass ihr Traumpartner eben anders aussieht, als der von Heterosexuellen. That’s it again!

Natürlich spielen einige gerne auf die schwule Community an, die es ohne Zweifel auch gibt – aber man muss zwei Dinge beachten. Zum einen, dass es auch andere Communities gibt, wie z.B. die Punk-Szene, die Drogen-Szene, den Verein Bibel-treuer Christen und den Kaffeeklatsch am Sonntag – alle zeichnen sich durch gemeinsame Interessen und Erfahrungen aus. Zum anderen muss man bedenken (wie oben schon angedeutet), dass es garnicht so einfach ist, mit der Homosexualität über die Runden zu kommen: ich meine, wenn ein Hetero-Mann auf der Straße umherläuft, dann ist jedes Weibchen eine potentielle Beute. Man sieht einfach, dass eine Frau eine Frau ist. Aber wie sieht man, dass ein Mann schwul ist oder eine Frau lesbisch? Durch solch eine Community hat man eine Art Präselektion für die Partnerwahl – und man hat zudem direkten Kontakt zu Leuten, die wahrscheinlich das gleiche hinter sich haben, wie man selbst, egal in welcher Lebens- oder Liebeslage man sich gerade befindet.

Meiner Meinung nach sollte man allerdings auch darauf achten, dass man nicht zu weit in die Szene hinein rutscht – es gibt einige, die sich nicht nur Freunde gemacht haben und zum Schluss allein dastanden. Abgesehen davon läuft man ansonsten Gefahr, die gesamte Welt durch eine Regenbogen-farbene Brille zu sehen und zu verkennen, dass da draußen nicht alles nur Friede-Freude-Eierkuchen ist: aber das ist nur mein kritischer Kommentar als fast-Szene-Fremder ;) .

schwules Pärchen kuschelt

schwules Pärchen kuschelt



Abschließend wollte ich euch noch ein wirklich romantisches Bild präsentieren (entlehnt aus Wikimedia, bzw. Flickr – von Torsten Seiler), das meiner Meinung nach sehr gut verdeutlicht, worum es bei der ganzen Sache überhaupt geht: es geht nicht um schwul oder hetero, um maskulin oder feminin – es geht einzig und allein darum, für einander da zu sein und dem Partner die Liebe und Geborgenheit zukommen zu lassen, die er oder sie verdient :) . Ist es nicht völlig egal, wen man liebt, solange man überhaupt liebt!

Ich persönlich bin (als Bi-Sexueller) inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass das Geschlecht des Partners völlig egal ist – wichtig ist das für die Gefühle zum Partner doch schlussendlich eh nicht :) .

Queerige Grüße, Kenny

02 Februar 2009 ~ 2 Comments | ÄHNLICHE ARTIKEL

Excel – du mich auch!

Excel-Tabellen sind eh meistens hochgradig denormalisiert.
(Prof. Dr. Colgen)

Mit diesem für Datenbank-Entwickler lustigen Zitat aus der heutigen Vorlesung möchte ich den ersten Spreu-Eintrag von WeizenSpr.eu eröffnen – dieser ist zudem auch Anlass für die erste Spreu oder Weizen? Umfrage des Monats: Was hältst du von Excel-Tabellen?

Tja, wo fangen wir bei diesem wirklichen Hass-Thema am besten an? Vielleicht im Berufsalltag!

Wer kennt das nicht: schon wieder kommt eine Mail vom Management mit der Bitte, irgendwelche Dokumente auszufüllen. Was für Dokumente sind es meistens? Genau! Excel-Sheets! Am besten alles doppelt und dreifach, verteilt auf mehrere Tabellen im Sheet, da man ja sonst nichts besseres zu tun hat.

Die schlimmste Erfahrung, die ich bisher mit Excel-Tabellen hatte, war ein Projekt (das ich hier nicht näher ausführe) , bei dem die komplette Planung in einem Excel-Sheet festgehalten wurde. Über 20.000 Zeilen gefüllt mit Text, Markern, Gruppenbezeichnern und so weiter. Diese “Datensammlung” war bereits so verwurschelt, dass es unmöglich war, das ganze automatisiert in eine ordentliche Datenstruktur zu überführen – und anstatt aus den gemachten Fehlern zu lernen, war diese “ordentliche Datenstruktur” wiederum eine Excel-Tabelle; zwar mit Filter- und Sortierfunktion, aber bei solchen Datenmengen ist dann wirklich Hopfen und Malz verloren. Vor allem, wenn, warum auch immer, in einer Zelle mehrere Einträge stehen.

Übertroffen wird das ganze eigentlich nur noch von Programmen irgendwelcher Script-Kiddies, die es toll finden, über ActiveX ein Excel-Sheet im eigenen Programm anzuzeigen und das ganze dann als Datenbank-Anwendung auszugeben – wenn die Manager-Kiddies dann auch noch anbeißen und den Rotz einkaufen, kann man sich gleich die Kugel geben.

Leute! Excel mag ja für Berechnungen ganz witzig sein, aber nutzt für das Sammeln von Daten doch bitte ordentliche Datenbanken – selbst Access reicht doch schon aus!

Und wenn euch das nächste mal eine “Excel-Datenbank” geschickt wird, bei der die Spalten bis CR gehen, fügt wahllos irgendwo Formeln ein, schickt es zurück und sagt, das Ding ist kaputt. Spätestens, wenn der Ersteller jede Zelle einzeln überprüft, wird er hoffentlich kapieren, dass er das nächste mal lieber etwas anderes benutzt.


Cheerio, Kenny

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