iOS 8, Mac OS X Yosemite, Swift und anderer Kram

Am Montag war es soweit und Apple hat auf der WWDC 2014 (World-Wide Developer Conference) die Zukunft seiner Betriebssysteme und der darunterlegenden Technik gezeigt. Viele hatten auch mit neuer Hardware gerechnet und wurden entsprechend enttäuscht, andere waren von vorne herein davon ausgegangen, dass dieses Mal nur Software gezeigt werden würde. Ich persönlich habe kein Problem damit, dass keine neue Hardware gezeigt wurde - ich tue mich jedoch teilweise schwer mit den Fortschritten, die gezeigt wurden.

Fangen wir bei dem Positiven an: Continuity. Apple wird seine beiden Systeme iOS und Mac OS X stärker miteinander integrieren. So soll es möglich sein, Arbeiten auf dem einen System zu beginnen und nahtlos auf das andere System zu wechseln, um dort die Arbeit zu beenden - zum Beispiel das Schreiben von E-Mails oder das Browsen im Web. Auch soll es möglich sein, Telefonate via Mac OS X anzunehmen, zu führen und auch zu initiieren. Was bisher nicht bekannt ist, ist, ob das ganze nur für Anwendungen von Apple funktionieren wird oder ob auch Drittanbieter die Funktion nutzen können. Auch ist noch nicht bekannt, wie das ganze funktionieren wird. Man hofft, dass es, wie AirDrop und AirPlay auf das lokale Netzwerk begrenzt sein wird und keine Daten über die iCloud geschleust werden.

Es wurde auch beworben, dass AirDrop nun zwischen iOS und Mac OS X funktioniert, doch ehrlich gesagt halte ich eher das bisherige Fehlen dieser Integration für einen Bug. Das ganze als Feature zu bezeichnen, halte ich für übertrieben. Das war es dann - in meinen Augen - aber auch schon mit den großen positiven Neuerungen. Wenden wir uns also den negativen Dingen zu.

Da wäre als erstes das neue, flache Design von Mac OS X. Ich denke, es ist nichts schlechtes daran, dass Apple hier dem Trend seines Mobilsystems folgt. Ich halte jedoch die Umsetzung für Apple-unwürdig. Es wurde zum Beispiel damit geworben, dass es nun ein einheitlicheres Fensterdesign gäbe. Dieser Meinung bin ich überhaupt nicht. Um Platz zu sparen, wird nun die Titelleiste der Fenster mit Buttons und Eingabefeldern zugemüllt - individuell je Anwendung. Zudem kommen - wie auch schon bei iOS - nun semi-transparente Oberflächen zum Einsatz. Leider konnte man sich offenbar nicht darauf einigen, wann welcher Bereich einer App transparent sein darf. Deshalb hat jede Anwendung andere Bereiche, in denen sie durchscheinend ist. Konsistenz ist in meinen Augen etwas anderes.

In der Notification Area beider Systeme halten nun Widgets Einzug. Ich bin gespannt, wie Apple absichern will, dass diese zusätzlichen Informationsblöcke die Akku-Laufzeit nicht unnötig in die Knie zwingen.

Sowohl bei Mac OS X als auch bei iOS wird nun auch Spotlight stark überarbeitet. Bereits bei der Sucheingabe sollen auch Ergebnisse aus dem Internet (z.B. Wikipedia und Suchmaschine) herangezogen werden. Mit anderen Worten: Tastenanschläge in Spotlight werden - nach dem Willen von Apple - nun auch direkt bei Drittunternehmen landen, sollte man diese Funktion nicht ausschalten können.

Und auch Apple möchte gern noch mehr Daten von seinen Nutzern erhalten. So möchte man die Fotogalerie gern komplett über die iCloud laufen lassen. Auch sollen zukünftig E-Mail-Anhänge, die "zu groß für den Versand" sind, in der iCloud abgelegt und dort vom E-Mail-Empfänger abgerufen werden. Ich für meinen Fall haben in den letzten Tagen jedenfalls erstmal wieder ausprobiert, iCloud komplett zu deaktivieren - vorsorglich.

Die architekturell größten Einschnitte wird es hingegen bei iOS geben. Apple tut nun relativ viel dafür, dass Apps von Drittanbietern sich tiefer ins System eingraben können. So soll nun Inter-App-Kommunikation stärker unterstützt werden. Fremd-Apps sollen sich z.B. in systemseitige Auswahl-Menüs einklinken können. Auch das Ersetzen der On-Screen-Tastatur soll zukünftig möglich sein. Und es soll Entwicklern nun möglich sein, näher an die Hardware heran zu kommen, um deren Performance besser ausreizen zu können. Alle diese Änderungen klingen für mich danach, dass man bewusst Sicherheitsschichten im System durchlöchert, um näher an Android heranzukommen. Es wird sich zeigen müssen, ob sie sich damit nicht Probleme einhandeln, die sie lieber von ihrer Plattform ferngehalten hätten.

Die wahrscheinlich größte Überraschung war jedoch die Einführung von Swift - einer neuen Programmiersprache, die zukünftig bevorzugt für die Entwicklung von iOS-Apps und Mac OS X Anwendungen genutzt werden soll. Es wurde direkt ein kostenloses Handbuch angeboten, in dem die Sprache beschrieben ist. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, mir einmal die ersten Kapitel anzusehen - bin jedoch gelinde gesagt enttäuscht. Man hat eine riesige Nutzerbasis, sodass sich die Sprache durchsetzen wird - man hat die Chance jedoch nicht genutzt, eine wirklich gut gestaltete Sprache einzuführen, sondern hat sich offenbar mit einem inkonsistenten Schnellschuss zufrieden gegeben.

So werden beispielsweise Variablen mit dem Wort "var" eingeleitet, Konstanten hingegen mit dem Wort "let". Während "var" eine Abkürzung des passendes Substantivs "Variable" ist, handelt es sich bei "let" um ein Verb, aus dem sich die Zuordnung zu "Constants" nicht ableiten lässt.

Ein anderes Beispiel sind Optionals: Apple hat erkannt, dass es praktisch ist, Variablen neben ihrem eigenen Wertebereich optional auch einen "leeren" Wert zuweisen zu können, der z.B. aussagt, dass eine Berechnung in einem bestimmten Zahlenbereich nicht erfolgreich war. Um zu prüfen, ob eine Variable diesen leeren Wert beinhaltet, muss eine if-Abfrage genutzt werden:

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if (optionalVariable) {}

Auf die gleiche Weise wird jedoch auch abgefragt, ob eine Boolean-Variable den Wert "true" enthält:

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if (boolVariable) {}

Trotzdem behauptet man, total typensicher zu sein, weshalb man es verbietet, Integer-Werte in einfachen if-Statements auf ihren Zustand zu prüfen:

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if (intVariable) {} // wirft einen Compiler-Error

if (intVariable != 0) {} // funktioniert

Wer gern auf Inkonsistenz- und WTF-Jagd gehen will, kann sich gern das Manual zu dieser Sprache ansehen.

Was mich an Swift jedoch am meisten aufregt: Apple wirbt mit der höheren Geschwindigkeit dieser Sprache gegenüber Objective-C und Python. Geschwindigkeit. Der Sprache. Dass die Geschwindigkeit von den Libraries, APIs und der Implementierung des Compilers abhängt, aber ganz sicher nicht von der formalen Sprache, sollte eigentlich jedem bei Apple einleuchten, der etwas mit Programmierung zu tun hat. Trotzdem wird dieser Schwachsinn verbreitet.

Und um den ganzen die Krone aufzusetzen: Es gibt bereits eine Programmiersprache namens Swift - die Paper zu dieser Sprache reichen zurück bis ins Jahre 2007. Well done, Apple!

Facepalm, Kenny m(

OpenSSH mit Two-Factor-Authentication absichern

Vor einiger Zeit hatte ich einmal einen Artikel zur Absicherung von OpenSSH veröffentlicht. Jeder hat da ja so seine eigene Philosophie. Während die einen auf Authentisierung via Schlüsseldateien schwören, setzen andere zusätzliche Maßnahmen wie Port-Knocking oder vorgeschaltete VPNs ein, um den kostbaren Systemzugang abzusichern.

Ich bin da hingegen von der einfachen Sorte. Die Gefahr, den privaten Schlüssel für den Login zu verlieren oder in einer dringenden Situation nicht verfügbar zu haben, ist mir persönlich zu hoch - trotz entsprechender Vorkehrungen. Deshalb habe ich mich bisher auf meine starken Passwörter verlassen. Doch warum nicht ein wenig Sicherheit einführen, wenn es einfach und sinnvoll ist?

Das dachte ich mir zumindest, als ich hörte, dass es zum Google Authenticator auch ein passendes PAM gibt. PAM steht hierbei für Pluggable Authentication Modules, die es unter Linux ermöglichen, eigene Authentisierungsmechanismen für den Systemlogin einzubinden. Also machte ich mich an die Arbeit und kümmerte mich um die Installation. Dabei hatte ich das Ziel, als Systembetreiber entscheiden zu können, welche Nutzer die Zwei-Faktor-Authentisierung nutzen müssen. Die einzelnen Schritte sind ziemlich einfach. So ziemlich jeder Linux-Admin sollte in der Lage sein, sie nachzuverfolgen.

Als erstes sollte man natürlich die Google Authenticator App aus dem App-Store seiner Wahl laden - zum Beispiel aus dem Google Play Store oder dem Apple iTunes Store. Sollte man weder Android-Smartphone noch iPhone besitzen, muss man die Hoffnung trotzdem nicht gleich aufgeben. Die ganze Codegenerierung basiert auf dem RFC-6238, in dem der relativ simple Time-based One-Time Password Algorithmus (TOTP) beschrieben ist.

Als nächstes sollte man sein System vorbereiten. Die Installation der folgenden Bibliothek ist zwar nicht zwingend erforderlich, sie vereinfacht jedoch die Nutzung, da man seinen geheimen Schlüssel später nicht abtippen braucht, sondern einfach einen QR-Code abscannen kann:

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sudo apt-get install libqrencode3

Als nächstes ladet ihr das Google-Authenticator Modul herunter und installiert es:

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cd ~

wget http://ftp.us.debian.org/debian/pool/main/g/google-authenticator/libpam-google-authenticator_20130529-2_amd64.deb

sudo dpkg -i ./libpam-google-authenticator_20130529-2_amd64.deb

Da ich möchte, dass sich nur eine bestimmte Gruppe von Nutzern per Zwei-Faktor-Authentisierung einloggen muss, lege ich mir vorher noch die entsprechende Gruppe "google-auth" im System an:

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sudo groupadd google-auth

Nun solltet ihr OpenSSH mitteilen, dass die Zwei-Faktor-Authentisierung genutzt werden soll. Dazu öffnet ihr die Datei "/etc/ssh/sshd_conf" und tragt dort folgende Zeile ein:

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ChallengeResponseAuthentication yes

Anschließend müsst ihr dem System noch mitteilen, dass das entsprechende PAM genutzt werden soll. Dazu öffnet ihr die Datei "/etc/pam.d/sshd" und tragt dort folgendes mit ein (ich habe es unter die restlichen "auth"-Einträge geschrieben):

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auth [success=1 default=ignore] pam_succeed_if.so user notingroup google-auth
auth required pam_google_authenticator.so

Die erste der beiden Zeilen prüft, ob der Nutzer, der sich gerade einloggen möchte, in der Gruppe "google-auth" befindet. Ist das der Fall, so wird der nächste "auth"-Eintrag berücksichtigt. Befindet er sich hingegen nicht in der Gruppe, so sorgt "success=1" dafür, dass der nächst folgende "auth"-Eintrag einfach ignoriert wird.

Jetzt müsst ihr nur noch OpenSSH neu starten. Bleibt danach jedoch am besten noch eingeloggt. Sollte bis hier hin etwas schief gelaufen sein, wäre es schlecht, wenn ihr euch den SSH-Zugang versperrt. So könnt ihr im Problemfall die bisherigen Änderungen rückgängig machen:

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sudo /etc/init.d/ssh restart

Öffnet am besten einen neuen Terminal und versucht, ob ihr euch immernoch normal per SSH einloggen könnt. Klappt das? Sehr gut! Dann könnt ihr mit den folgenden Schritten weitermachen. :)

Bittet die Nutzer, die die Zwei-Faktor-Authentisierung nutzen sollen, sich einzuloggen und folgenden Befehl auszuführen:

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google-authenticator

Nach dem Ausführen des Befehls wird ein riesiger QR-Code angezeigt, den ihr mit der Google Authenticator App abscannen könnt. Alternativ könnt ihr händisch den "secret key" in die App eintippen. Ihr solltet euch zudem unbedingt die "emergency scratch codes" an einem sicheren Ort notieren. Das sind Einmal-Zugangscodes, die ihr verwenden könnt, falls ihr eure Google Authenticator App verloren haben solltet.

Euch werden zudem ein paar Fragen gestellt, die die Sicherheit des Verfahrens betreffen. Folgendermaßen würde ich an dieser Stelle antworten:

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Do you want me to update your "~/.google_authenticator" file (y/n) y

Do you want to disallow multiple uses of the same authentication
token? This restricts you to one login about every 30s, but it increases
your chances to notice or even prevent man-in-the-middle attacks (y/n) y

By default, tokens are good for 30 seconds and in order to compensate for
possible time-skew between the client and the server, we allow an extra
token before and after the current time. If you experience problems with poor
time synchronization, you can increase the window from its default
size of 1:30min to about 4min. Do you want to do so (y/n) n

If the computer that you are logging into isn't hardened against brute-force
login attempts, you can enable rate-limiting for the authentication module.
By default, this limits attackers to no more than 3 login attempts every 30s.
Do you want to enable rate-limiting (y/n) y

Damit habt ihr es fasst geschafft. Der letzte Schritt ist es, den Nutzer, der die Zwei-Faktor-Authentisierung nutzen soll, in die Gruppe "google-auth" aufzunehmen - dabei muss "<username>" durch den Namen des Nutzers ersetzt werden:

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sudo usermod -a -G google-auth <username>

Nun könnt ihr in einem neuen Terminal versuchen, euch mit dem jeweiligen Nutzer einzuloggen. Sollte auch das immernoch funktionieren, seid ihr fertig! Ihr habt erfolgreich eine Zwei-Faktor-Authentisierung in OpenSSH eingerichtet und diese für einen eurer Nutzer aktiviert. :)

Zweifache Grüße, Kenny

MacBook Air – Das Abenteuer geht weiter

Vor knapp drei Jahren habe ich den Schritt gewagt und bin von Windows XP zu Mac OS X migriert. Damals hatte ich mir ein gebrauchtes, vier Jahre altes MacBook White bei Ebay ersteigert. Letztes Jahr begann ich dann, mir zu überlegen, welches Notebook ich mir als nächstes holen sollte. Grund für die Überlegung war, dass mein MacBook White kein Update mehr auf Mountain Lion erhalten hatte. Trotzdem bekam es weiter Updates und auch jetzt nach dem Erscheinen von Mac OS X Mavericks erhalte ich noch Security Patches.

Unabhängig davon wurde mir vor kurzem ein gebrauchtes MacBook Air angeboten - zwei Jahre alt, elf Zoll klein, mit 8GB RAM und einer 128GB SSD zu einem echt guten Preis. Ich konnte nicht widerstehen, trotz der amerikanischen Tastatur. :D

MacBook Air IMG_8676
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MacBook Air

Ich bin mit den bisherigen Erfahrungen jedenfalls sehr zufrieden. Das Gerät ist dank des Aluminium-Gehäuses äußerst stabil und fühlt sich sehr hochwertig an. Die SSD gibt einem zudem das sichere Gefühl, dass man das Gerät auch einmal grober anfassen kann. Auf der hintergrundbeleuchteten Tastatur lässt sich sehr gut schreiben - die Finger fliegen nur so über die Tasten. So langsam gewöhne ich mich auch an die neue Position der Sondertasten. Alles in allem bin ich sehr froh, dass ich mich zu dem Kauf entschlossen habe. :)

Der ein oder andere hat mich gefragt, was ich an einem MacBook denn so toll finde, dass ich den wesentlich höheren Preis für gerechtfertigt halte. Vor drei Jahren, als ich mir mein erstes MacBook kaufte, ging es mir ja primär darum, es einfach mal auszuprobieren, da ich schon so viel Gutes gehört hatte. Dieses Mal hingegen war es eine Faktenentscheidung. Ich habe Mac OS X in den letzten Jahren als sehr zuverlässiges System wahrgenommen, das dank seines unixoiden Unterbaus viele Möglichkeiten und Tools bietet, die ich so von einem Linux oder Windows nicht erwarten kann.

Bei Windows fehlen mir die vielen kleinen Abkürzungen, die man über die Shell nutzen kann - etwas, das einem das Gefühl gibt, mehr Kontrolle über das System zu haben. Wenn man bei Windows die Kommandozeile bemüht, wird man an allen Ecken und Enden ausgebremst. Das letzte Mal, dass Microsoft-Systeme über die Kommandozeile bedient werden sollten, war zu DOS-Zeiten - und genau in diesem Entwicklungsstatus befindet sich die Windows-Shell auch heute noch. Alles, was über simples Programme-mit-einem-Parameter-aufrufen hinausgeht, ist dort eine echte Qual.

Bei Linux hingegen hat man zwar eine tolle Shell, es fehlt jedoch das funktionierende System darüber. Ich will mir einfach keine Gedanken darüber machen müssen, warum meine Soundkarte nicht funktioniert, warum mein Touchpad rumspinnt, warum das USB-Stick-Symbol auf dem Desktop nicht verschwindet oder warum die Grafik bei Spielen so ruckelt. (Das ist auch der Grund, warum ich Linux bisher ausschließlich für Server empfehlen würde - denn dort arbeitet man eh nur auf der Shell.)

Apple kann einem einfach eine ordentlich auf einander abgestimmte Hardware- und Software-Kombination bieten - mit dem besten aus den Gebieten Usability und Funktionsumfang. Ich könnte mir ein ähnliches Nutzererlebnis vorstellen, wenn z.B. Canonical mit einem Computerhersteller zusammenarbeiten würde, um ein direkt auf einander abgestimmtes Produkt auf den Markt zu bringen. Das wird jedoch so schnell nicht geschehen.

Natürlich wird das bisher genutzte MacBook White nun nicht einfach verstauben. Mit seinem 2,1GHz DualCore-Prozessor, seinen 4GB RAM und seiner 500GB HDD ist es einfach noch viel zu gut. Es wird daher mein neuer Testserver zuhause werden, auf dem neue Webprojekte testweise installiert werden. Dafür verwende ich bisher ein inzwischen 12 Jahre altes IBM Thinkpad T23, das mit seinem 1,2GHz SingleCore-Prozessor und seinem 1GB RAM einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. :D

Auf die nächsten spannenden Jahre im Appleversum. :)

Luftige Grüße, Kenny

Hübschere Shortlinks für WordPress

WordPress erstellt standardmäßig für alle Inhalte einer Seite sogenannte Shortlinks. Das sind kurze URLs, die sich zu den langen Artikel-URLs auflösen lassen. Leider sind diese Shortlinks mehr als unansehnlich - im Normalfall haben sie die Form "http://example.com/?p=1234". Um das ganze ein wenig hübscher zu gestalten, habe ich ein kleines Plugin geschrieben und dazu meinem NGINX eine Rewrite-Regel spendiert.

Zuerst einmal das Plugin. Es macht im Grunde nichts weiter, als den Shortlink zu nehmen, und darin den Anteil "/?p=" durch "/@" zu ersetzen. Dadurch erhält man die URL "http://example.com/@1234". Mit dieser kann ich schon bedeutend besser leben.

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<?php
  /*
    Plugin Name: CustomShortlink
    Plugin URI: http://weizenspr.eu/
    Description: Changes shortlinks from /?p=<id> to /@<id>
    Version: 0.1c1
    Author: Kevin Niehage
    Author URI: http://weizenspr.eu/
  */


  define(CUSTOM_SHORTLINK_NEW_PREFIX, "/@");
  define(CUSTOM_SHORTLINK_OLD_PREFIX, "/?p=");

  /* STOP EDITING HERE IF YOU DO NOT KNOW WHAT YOU ARE DOING */

  // structure taken from https://core.trac.wordpress.org/browser/tags/3.9/src/wp-includes/link-template.php
  function custom_shortlink_filter($shortlink) {
    return str_replace(home_url(CUSTOM_SHORTLINK_OLD_PREFIX),
                       home_url(CUSTOM_SHORTLINK_NEW_PREFIX),
                       $shortlink);
  }

  add_filter("get_shortlink", "custom_shortlink_filter");
?>

Anschließend musste ich meinem NGINX nur noch beibringen, was er bei der entsprechenden URL tun soll - nämlich einfach auf die ursprüngliche URL umleiten.

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  # handle shortlink
  rewrite ^\/\@(.*)$ /?p=$1 last;

Mit diesen einfachen Schritten hat man individuellere Shortlinks. :)

Kurze Grüße, Kenny

Boogie Board Sync: Einfaches Tablet mit viel Wow!

Bereits vor zwei Jahren wurde ich das erste Mal auf die Boogie Boards von Improv Electronics aufmerksam. Bei diesen Geräten handelt es sich im Grunde um ein kleines Tablet mit eInk-Display und Digitizer, auf dem man Notizen und Zeichnungen malen kann. Je nach Gerät werden die Notizen einfach nur angezeigt oder können sogar als Vektordatei gespeichert und exportiert werden.

Zu der damaligen Zeit war gerade das Boogie Board Rip das Maß aller Dinge - und zwar im negativen Sinne. Das Gerät speicherte mitunter die Dokumente nicht, es ließ die Dokumente nicht exportieren, die mitgelieferte Software funktionierte nicht, das Gespeicherte entsprach nicht dem, was gezeichnet wurde, etc. pp. Das Gerät war so schlecht, dass es heute nicht einmal mehr auf der Webseite des Unternehmens erwähnt wird. Damals ließ ich jedenfalls die Finger von dem Gerät.

Einige Zeit später fand ich auf Youtube ein Video, in dem ein Prototyp des Boogie Board Sync auf der CES 2013 vorgestellt wurde. Das Gerät sah sehr vielversprechend aus, also nahm ich mir vor, es mir anzusehen, wenn es auf dem Markt ist.

Am Samstag war es nun soweit. Ich ging meine ToDo-Liste durch und fand am unteren Ende die Aufgabe, dass ich mir das Boogie Board Sync ansehen wollte. Gesagt getan. Ich sah mir die Produktseite des Herstellers an, ich guckte mir Review-Videos auf Youtube an, ich las die Rezensionen auf Amazon.com und schließlich überwand ich mich und bestellte das Boogie Board Sync und zusätzlich die offizielle Hülle Boogie Board SyncFolio.

IMG_8404 Boogie Board Verpackungen

Boogie Board Verpackungen

Die Verpackung konnte mich jedenfalls schon mal nicht überzeugen. Sie besteht aus dünnem Plastik, das sich total leicht eindrücken lässt. Eine wertige Verpackung sieht anders aus. Diese hier erinnerte mich eher an Spielzeug. Viel enthalten ist ebenfalls nicht. Man findet das Boogie Board, ein einfaches Micro-USB-Ladekabel ohne Netzstecker und eine Kurzanleitung.

Das Tablet selbst ist erstaunlich leicht und dünn. Natürlich wollte ich erst einmal sehen, wie gut der Kontrast ist. In den Rezensionen auf Amazon.com hatte ich mehrfach gelesen, dass man je nach Lichtverhältnis und Blickwinkel gar nichts erkennen könnte. In meinen Tests konnte ich das nicht bestätigen. Egal aus welchem Winkel und mit wieviel Gegenlicht - es war alles gut zu erkenne.

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Boogie Board Sync

Es gibt jedoch auch Dinge an dem Gerät, die mir nicht so gut gefallen:

  • Da wäre als erstes der Stifthalter. Im Grunde presst man den Stift in eine Halterung. Diese wird beim Reinpressen gedehnt, bis der Stift einrastet. Diese wiederkehrende Verformung des Gehäuses kann einfach nicht gesund für das Gerät sein.
  • Was mir auch nicht gefällt, ist, dass man auf dem Gerät zeichnen kann, obwohl es ausgeschaltet ist. So kann es passieren, dass selbst beim Transport die Ansicht auf dem Tablet verfälscht wird. Das kann selbst dann passieren, wenn man das Boogie Board in die Original-Tasche schiebt.
  • Damit einher geht das Problem, dass man auch mit anderen Gegenständen als dem Digitizer auf dem Tablet schreiben kann. Das mag im ersten Moment praktisch sein. Da jedoch nur Eingaben mit dem Digitizer aufgezeichnet und abgespeichert werden können, ist es sehr gefährlich, eine andere Eingabe zu ermöglichen.
  • Zeichnungen können entweder gelöscht oder gespeichert werden. Merkwürdigerweise werden selbst gelöschte Zeichnungen auf dem Gerät abgelegt - in einem Ordner für gelöschte Zeichnungen.
  • Es ist nicht möglich, vorherige Zeichnungen wieder auf dem Display anzuzeigen. Ist der Bildschirm gelöscht worden, kann man den vorherigen Inhalt nur über die Synchronisation wieder ansehen.
  • Man kann keine Aktionen rückgängig machen. Löscht man aus Versehen den Bildschirm, ohne fertig zu sein, muss man die Zeichnung komplett neu machen. Zeichnet man aus Versehen eine falsche Linie, kann man diese nicht rückgängig machen.
  • Das Löschen des Bildschirmes sieht merkwürdig kaputt aus. Dabei flackert der Bildschirm mehrfach auf. Ich denke nicht, dass das zur positiven User-Experience beiträgt.
  • Die Strichstärke lässt sich nicht über den Druck, den man auf das Display ausübt, beeinflussen. Es wird immer mit der gleichen Strichstärke gezeichnet.
  • Es gibt keine Anzeige, die den Batteriestatus oder den Speicherstatus des Boogie Boards anzeigt. Man weiß also weder, wie voll die Batterie ist, noch, wie voll der interne Dokumentenspeicher ist.
  • Achtung: Beim Arbeiten mit dem Gerät habe ich festgestellt, dass der Hardware-Button zum Speichern nicht geht, wenn das Boogie Board Sync zur selben Zeit mit der iOS-App verbunden ist. Das ist besonders ärgerlich, wenn man nicht im Live-Drawing-Modus ist, da dann alles Gezeichnete verloren geht, ohne, dass man davor gewarnt wird. Ob das auch bei allen anderen Apps (Windows, Mac OS X, etc.) der Fall ist, habe ich noch nicht überprüft - ich würde im ersten Schritt jedoch davon ausgehen.
IMG_8424 Live Drawing Modus

Live Drawing Modus

Doch es gibt auch jede Menge positive Dinge, die mir an dem Gerät aufgefallen sind:

  • Es macht einfach Spaß auf dem Gerät zu malen. Der Stift zeichnet fein genug, damit man problemlos schreiben kann, ohne, dass man sich dabei schwerfällig fühlt. Das Schriftbild ist sauber und klar und so, wie man es auch auf Papier erwarten würde.
  • Die erzeugten Vektor-Dateien sind unheimlich praktisch. Im PDF-Format kann man sie direkt drucken oder mit Tools zu einem Heft zusammenbinden.
  • Ich liebe den Live Drawing Modus. Dabei wird das, was man gerade auf dem Tablet zeichnet, direkt z.B. an die iPhone App übertragen und dort angezeigt. Via AirPlay Mirroring ist es dann wiederum möglich, den Inhalt auf einen Monitor oder Fernseher zu übertragen. So kann man in Konferenzen mit Hilfe des Tablets tolle Live-Visualisierungen machen. Ähnliche Systeme mit Digitizer und Speicherfunktion kosten mitunter mehrere tausend Euro und nutzen dann auch noch proprietäre Speicherformate.
  • Unterwegs und Zuhause digitale Notizen samt Grafiken zu machen, war noch nie so einfach. Bisher habe ich Zuhause zig verschiedene Blöcke, Notizbücher und lose Blätter, in/auf denen ich mir Dinge und Ideen notiere. Diese überführe ich dann - soweit möglich - in meine ToDo-Liste, in mein Jira oder in mein Etherpad, um daran weiterarbeiten zu können. Dabei geht jedoch immer die visuelle Komponente verloren. Die Skizzen, die viele Dinge so viel einfacher erklären können als lange Texte, kann ich nun endlich zusätzlich mit ablegen.
  • Der gesamte Zeichenbereich des Tablets kann genutzt werden. Bei anderen Geräten gibt es mitunter Probleme mit den Randbereichen, die z.B. weniger sensibel sind oder gar nicht auf Eingaben reagieren.
Zeichenbereich und Kommunikationsstrecke IMG_8428

Zeichenbereich und Kommunikationsstrecke

Ich werde in den nächsten Tagen noch ein wenig mit dem Gerät spielen, bin bisher jedoch ziemlich begeistert. Klar, es gibt negative Punkte, doch bei einem Gerät für 100€ kann man wohl auch keine perfekte Lösung erwarten. Solange sich jedoch keine funktionalen Probleme einstellen, bin ich mit meiner Investition jedenfalls sehr zufrieden. :)

Grafische Grüße, Kenny

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