Cloud Computing – die neue IT-Wunderwaffe?

Das Cloud Computing - ein Konzept zur verteilten Nutzung von Computerresourcen - wird derzeit in den verschiedensten Ecken der IT propagiert. Selbst die IBM hat das Konzept auf der diesjährigen CeBIT präsentiert.

Hannes Schurig hat mit Gaikai nun eine mögliche Umsetzung vorgestellt, woraufhin eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Cloud Computing ausgebrochen ist. Um Hannes' Kommentarbereich nicht vollends zuzuspamen, dachte ich mir nun, dass es Sinn machen würde, meine Meinung zum Cloud Computing hier darzulegen.

Im Grunde genommen ist es ja eine gute Idee: man hat nur noch einen leistungsschwachen PC, der kaum etwas kosten muss und kaum Strom verbraucht als Eingabemedium und im Hintergrund zig Computer, auf denen unterschiedlichste Systeme und Anwendungen gehostet werden. Niemand müsste mehr komplexe Installationen vornehmen und die eigene Konfiguration überall mit hinnehmen.

Ein Problem, das ich mit Cloud Computing habe, ist, dass mal wieder nichts weiter als ein marketingträchtiges Buzzword ist. Techniken wie Thin Clients (sowohl Hardware-, als auch Software-Clients) existieren schon ewig. Schon zur Zeit der Mainframes hat man Anwendungen nicht auf den Einzelplatzrechnern (Terminals) ausgeführt, sondern auf einem zentralen Rechner - damals allerdings aus Kostengründung.
Das gleiche soll nun wieder stattfinden, nur, dass Anwendungen nicht mehr auf einem Rechner liegen sollen, sondern in einem Rechnernetz (der Cloud) verteilt sind.
Damals wie heute handelt es sich dabei um einfache Client-Server-Architekturen, evtl. noch unterfüttert mit einer Middleware.

Warum man nun wieder krampfhaft versucht, ein altes Modell neu aufzukochen, ist mir, ehrlich gesagt, unverständlich. Natürlich haben solche Systeme Vorteile - wie z.B., dass man seine Daten & Anwendungen überall nutzen kann, dass man eine Anwendungskonfiguration für alle Rechner verwenden kann und so weiter und so fort. Diese Vorteile existierten jedoch bereits vor Einführung dieses Buzzwords. Jeder, der einen GMX-Account hat, weiß, dass soetwas schon zur Jahrtausendwende möglich war. Natürlich werden solche Möglichkeiten durch Technologien wie Ajax, Servlets (respektive Portlets) nun weiter ausgebaut - aber die grundlegende Idee ist und bleibt die selbe.

Deshalb mein persönliches Anliegen: Weniger quatschen und mehr machen. Wenn man irgendeinen Durchbruch erreicht hat, kann man gerne über die Einführung eines neuen Begriffes reden.

Wenn man endlich den Schritt schafft, Mobiltelefone für die tägliche Officearbeit tauglich zu machen - sprich Monitor anschließen, Maus und Tastatur verbinden und dann in normaler Auflösung (z.B. 1024x768) mit einem normalen Office zu arbeiten - dann bin ich auch gerne bereit, ein neues Wort wie z.B. den Mobile Workspace in mein Vokabular aufzunehmen. Aber irgendwelche hippen Synonyme... die können sich gerne andere merken.
Wolkige Grüße, Kenny

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

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  3. Ein Ausschnitt aus dem neuen Post bei Caschy über das Google OS:

    "Wenn ich so mit den Leuten gesprochen habe, war eigentlich immer klar, dass der Tag kommt an dem Google sein eigenes “richtiges” Betriebssystem für den PC bringt. Open Source (Linux-Kernel mit angepasster Oberfläche) soll es sein – und kinderleicht zu bedienen. Grund für die Entwicklung ist wahrscheinlich die Tatsache, dass man der Meinung ist, dass der Nutzen des Anwenders sich verlagert hätte. Früher nutze man in der Regel das Betriebssystem mit seinen Programmen, während heute viele Menschen nur noch den Computer anwerfen um Anwendungen im Web – also im Browser zu nutzen. Hand auf das Herz: wer von euch findet den Computer offline wie online gleichermaßen interessant?"

    Passt ja einigermaßen zu dem Themengebiet ^^

    PS: Hahaha, hab endlich mal auf BB Code geachtet 😀

      • Ich war früher ein Prism Freunde. Google Mail, Calendar, Docs, Notebook, selbst Berliner Sparkasse (Himmel hilf, wenn ich jetzt so drüber nachdenke), hatte für alles ein Prism App mit Verknüpfung auf dem Desktop.
        Bin aber wieder zurück in den Browser gewechselt.

        • Das bemerkenswerte ist ja: zu IE6-Zeiten haben die Leute geflucht, dass für jede weitere Webseite ein neues Fenster geöffnet werden musste - Tabbed Browsing wurde als Segen angesehen.
          Nun ist Tabbed Browsing bei allen neueren Browser verfügbar und plötzlich ist es die Idee, jeder Webseite ihr eigenes Fenster zu spendieren.

          Für alle, die Verknüpfungen zu "Webapps" haben wollen: Verknüpfung anlegen und als Verknüpfungsziel einfach angeben:
          iexplore "http://mail.google.com"

          Google Mail steht hier natürlich nur stellvertretend für jeden anderen Schmonz, den man so im Web finden möge 😉 .

  4. "Weniger quatschen und mehr machen."

    Das sollte man eigentlich immer... ich kann das eh nicht verstehen... warum es immer so labbertachen gibt...wollen die alle Anerkennung für Ideen oder was... die sollten erstmal was machen,.... und dann auch nicht reden ...

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