Zivildienstleistende: Eine Wirtschaftsmacht?

Sowohl der Wehrdienst als auch der Zivildienst sollen auf sechs Monate verkürzt werden - in meinen Augen ein positiver Schritt! Seien wir mal ehrlich: Was bringt der Wehrdienst heutzutage noch? Wer von denen, die in dieser Sekunde Liegestütze im Schlamm machen müssen, wird in 30 Jahren nochmal zur Waffe greifen, um sein Vaterland zu verteidigen? Doch es entstehen bereits erste Zweifel, ob das ganze so eine gute Idee ist.

Dabei geht es garnicht um die fehlenden Soldaten, sondern um die fehlenden Zivis! Diese stellen nämlich einen kostengünstigen, gern gesehenen Ersatz für das teure Pflegepersonal der sozialen Pflegeeinrichtungen dar. Bereits jetzt wird von massiven Einschnitten in den Angebotsumfang und von erheblichen Mehrkosten für den Staat gesprochen.

Einige Argumente sind ja durchaus nachvollziehbar, z.B. dass bei einer Verkürzung allein die Ausbildung zum Rettungssanitäter die Hälfte der Zivildienstzeit beschlagnahmen würde - der Urlaub, der den Zivis zusteht nicht mit inbegriffen.
Doch es gibt durchaus auch Bereiche - wie Pflegeheime - in denen kaum eine Einweisung nötig ist. Gerade dort würde lediglich die billige Arbeitskraft wegfallen und genau dort stelle ich mir die Frage, wie es sein kann, dass die Leute sich darüber aufregen, dass sie bald weniger billige Arbeiter zur Verfügung haben werden? Es scheint fast so, als ob sich diese Heime bei der finanziellen Planung fest auf die Verfügbarkeit von Zivis eingestellt haben. Meiner Meinung nach ein erschreckender Gedanke.

Aber selbst, wenn wirklich gravierende Probleme auftreten sollten, haben wir ja immernoch unsere überragende neue schwarz-gelbe Koalition. Die weiß nämlich schon längst: Der "Zivildienst bricht nicht zusammen". 😉

Ausgemusterte Grüße, Kenny

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. ich gehöre ja noch zu der Generation, die fast zwei Jahre machen mußten. Das sind Heute fast schon paradisische Zustände. Fast, denn die Zivis werden verdrängt von den EinEuroJobbern, die sind nämlich billiger und meistens Fachkräfte.
    Fast jeder Kindergarten hat mittlerweile so einen EinEuroJobber und selbstverständlich arbeiten die nicht Arbeitsplatz neutral.

    • Kaum zu glauben, aber der frühere Versuch, Arbeitslose durch Dumplinglöhne (als Zubrot zum Arbeitslosengeld) wieder ins Berufsleben zurück zu holen könnte bald ernsthaft dazu führen, dass im gleichen Atemzug die anderen Angestellten durch die Billiglöhner verdrängt werden.

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