Gedanken zum Licht…

An sich mag ich es ja, dass ich jeden Tag mit dem Auto etwa eine dreiviertel Stunde bis zur Arbeit fahren muss. Denn obwohl ich Auto fahre, habe ich dabei genug Zeit, mal über Gott und die Welt nachzudenken.

Dieses Mal habe ich über das Licht, die Farben und Wärme nachgedacht. Eigentlich hatt die Themen ja jeder in der Schule. Licht und Farben gibt es so gesehen garnicht - im Grunde handelt es sich dabei einfach nur um Photonen, also sowas wie Energiekügelchen. Wenn die nun in unserem Auge auf einen der Farbrezeptoren (die Zapfen) treffen, werden sie als eine bestimmte Farbe interpretiert. Ob weiße Menschen nun weiß sind, hängt also im Grunde nur davon ab, wie unser Gehirn die Informationen der Rezeptoren auswertet und zusammenfügt.

Das ist relativ spannend, denn unser Körper besitzt neben den Farbrezeptoren des Auges noch ein weiteres Sinnesorgan, dass diese Photonen wahrnehmen kann: die Haut. Spannend ist das deshalb, weil die Haut zwar theoretisch die gleiche Aufgabe erledigt wie die Augen, das aber auf eine völlig andere Weise tut.
Vielleicht sagt sich jetzt der ein oder andere "Meine Haut kann doch kein Licht sehen!" Das ist ja auch richtig... die Haut reagiert nicht auf das sichtbare Licht des elektromagnetischen Spektrums, aber sie reagiert auf die Wärmestrahlung, die sich meist im infraroten Spektrum befindet 😀 ! Die Wärmestrahlung - oder speziell das Infrarotlicht - könnte theoretisch auch von unseren Augen wahrgenommen werden, wenn die dafür fein genug wären.
Das würde uns in der Natur sogar einen Vorteil verschaffen, denn dann könnten wir Lebewesen auch bei völliger Dunkelheit erkennen - einfach nur anhand des (für den Menschen unsichtbaren) Lichtes, das sie abstrahlen.
Oder auch andersrum gedacht: Stellt euch mal vor, man könnte eine künstliche Haut erschaffen, die nicht auf Wärmestrahlung reagiert, sondern auf die Strahlen des sichtbaren Lichtes. Dann könnte diese Haut eventuell "fühlen", wenn sie sich einem Gegenstand nähert - irgendwie eine gruselige Vorstellung. 😉

Auch lustig: Wenn man mal ans andere Ende des Lichtspektrums geht, gelangt man zur ultravioletten Strahlung - das sind die Strahlen, die das Erbgut angreifen, Hautkrebs verursachen und wegen denen unsere Haut schützende Pigmente bildet.
Eine Besonderheit dieser UV-Strahlen ist, dass das lichtdurchlässige Glas in der Regel undurchlässlig für UV-Strahlen ist. Wenn wir uns jetzt vorstellen würden, dass wir ausschließlich ultraviolettes Licht sehen könnten, dann würde das bedeuten, dass Glas für uns garnicht durchsichtig wäre.
Die Frage, die sich aus dieser Erkenntnis ergibt, wäre: Ist es möglich, dass es da draußen Lebewesen gibt, die durch Steinwände sehen können, so wie wir durch Glasscheiben sehen können? 😀

Was meint ihr? Ist dieses sichtbare und unsichtbare Licht nicht eine großartige Sache? 🙂
Update:
Ich wurde gefragt, ob es denn theoretisch auch möglich wäre, die gefährliche radioaktive Strahlung zu sehen. Die Antwort darauf lautet: teils, teils. Die radioaktive Strahlung, die wir kennen, besteht grundlegend aus drei Strahlungsarten: der Alphastrahlung, der Betastrahlung und der Gammastrahlung. Während man die Gammastrahlung - als elektromagnetische Strahlung - potentiell "sehen" könnte, sieht es bei der Alpha- und Betastrahlung anders aus: dort werden nämlich keine Energiekügelchen verschossen, sondern Teilchenstrahlung emittiert. Oder anders ausgedrückt: Neben der Taschenlampe (Gammastrahlung) beinhaltet die radioaktive Strahlung auch Pflastersteine (Alpha- und Betastrahlung).
Per Definition ist übrigens die Alphastrahlung (besteht aus Helium-Kernen) die gefährlichste: Wenn diese Teilchen z.B. auf das Erbgut innerhalb einer Zelle treffen, kann der DNA-Strang zerstört werden und bei der Zellteilung Mutationen (Krebs) auslösen. Trotzdem ist die Gammastrahlung gefürchteter: diese lässt sich nämlich nur schwer abschirmen. Das bedeutet, dass man einen Gammastrahler mit viel Materie ummanteln muss, bis keine Strahlung mehr nach außen dringen kann.
Es gibt allerdings eine Möglichkeit, diese herumschwirrenden Teilchen nachzuweisen: das so genannte Geiger-Müller-Zählrohr (besser bekannt als Geigerzähler). In diesem treffen die positiv geladenen Teilchen der Strahlung auf ein Gas, dessen Elektronen sie freisetzen. Diese Elektronen erzeugen dann einen elektrischen Strom, der das Auftreffen der Teilchen signalisiert.
Ich hoffe, ich konnte die Frage halbwegs zufriedenstellend beantworten. 😀
Erleuchtete Grüße, Kenny

P.S.: Liebe Biologen, Chemiker und Physiker, bitte haut mich nicht für die pseudowissenschaftlichen Ausflüge, die ich in diesem Artikel unternommen habe. Wenn ihr Korrekturen habt, würde ich mich über Kommentare freuen. 🙂

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Gedanken zum Licht: Unsichtbarkeit | Hosenwelt

  2. Wenn man den Gedanken weiter spinnt, kommen einem spontan noch ein paar mehr coole Ideen.

    Wir Menschen bewegen uns mit allen unseren Sinnesorganen in einem sehr begrenzten Feld.

    Wir hören nur von 20Hz bis 20kHz,
    sehen nur von 380 bis 780nm und
    können nur etwa 10000 Gerüche unterscheiden.

    Alles darüber und darunter bekommen wir nicht mit, dabei spielt sich sehr viel in diesen Bereichen ab.

    Vielleicht gibt es noch andere Lebewesen auf der Erde, die von ihrer Beschaffenheit so sind, dass wir parallel leben und nichts voneinander mitbekommen. Weil wir sie nicht sehen hören oder riechen können.

    Beängstigende Vorstellung.

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