MeaTLight: Nerven schonen an der Ampel

Autofahrer kennen es bestimmt - die Ampel schaltet nie so, wie es eigentlich sinnvoll wäre. Oft scheint es, als ob die Vorfahrtstraße länger grün hat, als die Seitenstraße - und das, obwohl die meisten Autos doch aus der Seitenstraße kommen. Vor allem im Berufsverkehr ist dieses unnötige Warten eine richtige Plage. Doch was kann man dagegen tun?

Genau über die Frage habe ich die letzten Tage nachgedacht und bin zu einer theoretischen Lösung gekommen: die MeaTLight (gesprochen "Meat Light"). Die Abkürzung steht für "Measuring Traffic Light" und macht auch genau das: Sie misst, wieviele Autos an der Ampel warten.

Sie misst? Sollte sie nicht lieber zählen?
Eigentlich schon, aber messen ist theoretisch einfacher als zählen. Um zählen zu können, muss man einzelne Fahrzeuge unterscheiden können - man muss die vorhandenen Gegebenheiten berücksichtigen, was einen Mehraufwand in der Entwicklung bedeutet. Zum messen kann man sich seinen eigenen Maßstab wählen. Man könnte z.B. eine Markierung auf der Fahrbahn anbringen, die Licht einer bestimmten Wellenlänge reflektiert. Wenn ein Auto auf der Fahrbahn steht, würde dieses die Markierung verdecken und ein etwaiger Sensor würde das erkennen können, da die das Licht nicht mehr kontrolliert reflektiert wird. Je nachdem, wie lang die Markierung ist, kann man messen, wie lang die wartende Autoschlange ist.

Der Rest ist dann relativ einfach: Während dem Umschalten misst die Ampel, wie viele Autos warten und berechnet daraus die Länge der Grünphase. Das kann problemlos im Wechsel geschehen, sodass die Fahrtrichtung, die im Moment wenig Verkehr verzeichnet auch weniger Zeit in Anspruch nimmt.

Jetzt mag der Einspruch kommen, dass doch längere Fahrzeuge (z.B. Busse und LKWs) eine längere Strecke verdecken und als mehrere Autos gewertet werden würden. Das mag in der Tat sein. Aber aus Erfahrung wissen wir alle, dass große Fahrzeuge auch entsprechend länger für das Anfahren benötigen, als kleine Fahrzeuge (es sei denn in dem kleinen Fahrzeug sitzt ein schlechter Autofahrer).

Nunja, die Idee ist natürlich nicht so ausgereift, wie zum Beispiel beim Projekt Light Traffic, aber ich wollte meine Idee einfach mal in die Welt hinaus posaunen. 😉
Update:
Hihi! Kleine Notiz am Rande: Mein Artikel hier hat die Domain Meatlight.nl vom ersten Platz der Google-Suchergebnisse für "meatlight" verdrängt. Schon irgendwie lustig! 😀

'meatlight' Suchergebnisse


Autofahrende Grüße, Kenny

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. In Asien gibt es Countdown Uhren an der Ampel die dir zeigen wie viele sekunden noch rot ist/grün ist.

  2. Klingt interessant... Passiert aber an mobilen Ampeln schon lange ziemlich genau so. An stationären Ampeln gab es auch Tests dazu, die jedoch erfolglos blieben, weil zusätzliche Faktoren wie Fußgänger, Straßenbahnen und die Steuerung des Verkehrsflusses über eine Ampel hinaus betrachtet werden müssen. Und die Kosten ein Ampelsystem zu vernetzen wird keine Kommune tragen. Dann doch lieber empirisch bestimmte Schaltungen. Ich wüsste auch nicht, dass ich mal irgendwo gefühlt zu lange gestanden hätte.

    • Aha, gut zu wissen - wusste ich noch nicht mit den mobilen Ampeln.

      Nunja, also mir passiert das jeden Tag, wenn ich zur Arbeit fahre: Dort folge ich einer DER Umgehungsstraßen von Berlin nach Strausberg. Tja und kurz hinter Eggersdorf fährt man von einer Nebenstraße auf die Hauptstraße. Je nach Tageszeit staut sich dort der Vekehr bis nach Eggersdorf rein. Genau an der Stelle ist mir übrigens auch die Idee zu MeaTLight gekommen. 😀

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