Der Gipfel des mobilen Arbeitens…

Vor etwa 10 bis 15 Jahren, als ich aufgewachsen bin und die ersten richtigen Erfahrungen (abgesehen vom C64) mit Computern gemacht habe, gab es im Computerbereich nur eine Maxime: höher, schneller, weiter...

Computerspiele waren damals einer der Hauptgründe, einen Computer zu besitzen. Diese wurden (und werden) immer anspruchsvoller. Wenn man nicht alle paar Monate sein System upgradet, kriegt man schnell Probleme mit den neusten Spielekrachern der Hersteller. Erfreulicherweise zeichnet sich jedoch ab, dass sich dieser Trend langsam aber sicher verschiebt.

Zuerst einmal fällt mir auf, dass immer mehr Leute im Freundeskreis keinen Desktop-PC mehr haben, sondern ein Notebook verwenden - es verbraucht weniger Platz, ist weniger aufwändig zu platzieren und lässt sich trotzdem noch an einen großen Monitor und eine separate Tastatur anschließen. Auch ich habe damals, als ich mir mein erstes Thinkpad (gebraucht) kaufte, kaum noch am Desktoprechner gesessen (außer für die Software-Engineering-Vorlesung, da wir dafür ein 3D-Spiel programmieren sollten).

Die Entwicklung ging weiter in Richtung Netbook: 2009 und 2010 haben die Geräte geboomt. Sie sind zwar kleiner und leistungsschwächer, doch für die alltägliche Arbeit (E-Mails, Textverarbeitung, Surfen, Skypen, etc.) reichen sie trotzdem noch aus. In meinem Fall hat das Netbook das normale (Sub-) Notebook als primäres Arbeitsutensil abgelöst. Wenn ich ein "großes Notebook" starte, dann muss schon eine "große Aufgabe" anliegen, die ich erledigen muss (z.B. eine, die eine CD-Laufwerk voraussetzt). Selbst für kleinere Softwareentwicklungsaufgaben reicht das Netbook aus - zumindest, wenn man keine überfrachtete IDE verwenden muss.

Nun haben wir das Jahr 2011 - Tablets sind der letzte Schrei. Seit Februar besitze ich ein Creative ZiiO 7" und seit gestern ein Samsung Galaxy Tab 7 (Reviews folgen demnächst). Die Geräte sind schwächer bestückt, als ein Netbook, bieten jedoch dank Android trotzdem eine gute Performance. Und wieder einmal verschiebt sich die Art der Nutzung. Inzwischen ist das Netbook das "große Gerät", das nur noch alle paar Tage eingeschaltet wird, während das Tablet zum ständigen Begleiter geworden ist.

Es erstaunt und freut mich, dass wir in nicht einmal zwei Jahren so einen großen technologischen Sprung geschafft haben. Gestern habe ich noch davon geträumt, mein Handy als mobilen Arbeitsplatz nutzen zu können. Und heute halte ich ein Gerät in der Hand, das ich per HDMI an einen Monitor oder Fernseher anschließen und via Bluetooth mit einer kabellosen Tastatur (in meinem Fall das Apple Wireless Keyboard) verbinden kann. Wenn jetzt die zusätzliche Peripherie noch durch eingebaute Systeme (Beamer, Laser-Tastatur) überflüssig gemacht wird, dann haben wir - denke ich - den Gipfel des mobilen Arbeitens vorerst erreicht.
Computerisierte Grüße, Kenny