Die Bahn und der Pleitegeier…

Die Bahn liefert derzeit ein Trauerspiel nach dem anderen ab: Egal ob im Sommer in Berlin, bundesweit oder aber im Winter - der geleistete Service ist inzwischen eine einzige Katastrophe.

Schon Anfang Oktober 2010 war abzusehen, was beim nächsten Wintereinbruch passieren würde. Wir Berliner können froh sein, dass wir mit der BVG wenigstens einen verlässlichen Verkehrsbetrieb haben, der den erhöhten Ansturm derzeit noch erstaunlich gut verkraftet. Da hilft es auch wenig, dass die S-Bahn angekündigt hat, ab heute wenigstens den Notfahrplan einhalten zu wollen. Alles in allem soll die Berliner S-Bahn den Mutterkonzern wohl ca. 700 Millionen Euro kosten - Gewinne sind nicht in Sicht.

Ich weiß persönlich nicht mehr, was ich von den ganzen Problemen halten soll. In meinen Augen sind diese Probleme großteilig hausgemacht und es ist eine Schande, dass die Steuerzahler dafür nun nochmal extra tief in die Tasche greifen sollen. Denn wie bekannt geworden ist, hält der Bund daran fest, dass die Bahn eine jährliche Gewinnausschüttung von 500 Millionen Euro an den Bund zahlen soll. Die Länder sind inzwischen anderer Meinung und fordern, dass dieses Geld in die Modernisierung der Bahn gesteckt wird.

Dass nun so viele Probleme auftreten, wundert mich persönlich nicht. Wer sich noch erinnern kann: Vor Jahren sollte die Bahn fit für die Börse gemacht werden. Doch es wollte nicht so Recht klappen - spätestens mit der Weltwirtschaftskrise war dann vorerst Schluss mit diesem Traum. Aufgrund der zwischenzeitlich entstandenen Qualitätsmängel zog schlussendlich auch das Verkehrsministerium die Notbremse.

Die Folgen dieser Bestrebung, dem Staat eine einmalige Finanzspritze durch den Verkauf der eigenen Infrastruktur zu erwirtschaften, werden wir Bürger noch jahrelang ausbaden dürfen. Die verpulverten Steuergelder sind schon verloren... nun folgt Schritt für Schritt die Servicequalität... Die Bahn muss schließlich sparen. Sie wissen schon.
Abgefahrene Grüße, Kenny