Ernährung neu entdecken!

Seit nun mehr 2,5 Wochen ziehe ich es durch - ich mache eine Diät. Nachdem es mir anfänglich echt dreckig ging und ich ziemlich mit meinem Blutzucker zu kämpfen hatte, geht es mir inzwischen recht gut damit. Der Blutzuckerspiegel ist übrigens was echt fieses. Meistens kriegt man von ihm garnichts mit, sondern erst, wenn er im Keller ist - die sogenannte Unterzuckerung. Oft macht sich eine leichte Unterzuckerung einfach in Form von Heißhunger bemerkbar; der Körper lechzt dann nach Süßkram, um schnell wieder Energie zur Verfügung zu haben.

Spannenderweise erkennt man - meiner Meinung nach - am Blutzucker sehr gut, ob man sich ordentlich ernährt und eine gute Diät macht, oder eben nicht. Ganz schlecht ist es, wenn man die ganze Zeit nur hungert, dem Körper keine Energie zuführt und der irgendwann anfängt, sich zu wehren und man dem Zuckerrausch erliegt und zu den Kalorienbomben greift. Gut hingegen ist es, eine ordentliche Basisernährung in Form von Kohlenhydraten sicherzustellen, die man hier und da durch Obst (und damit Fruchtzucker) ergänzt. Im Unterschied zu Zucker, der seine Energie kurzfristig abgibt, wird die Energie der Kohlenhydrate über einen längeren Zeitraum genutzt, was dem Körper überhaupt erst die nötige Zeit gibt, um die unnötigen Fettreserven in Energie umwandeln zu können.

Klar, ich habe schon mehrfach mit dem Gedanken gespielt, abzunehmen, aber erst, seit ich mir Gedanken über die Mechanismen hinter der Diät gemacht habe, scheint es auch ordentlich zu funktionieren. Denn an sich versucht man folgendes zu erreichen: Man gibt dem Körper genug Energie, um ordentlich über den Tag zu kommen, aber nicht genug, um den gesamten Energiebedarf zu decken. Die Differenz zwischen zugeführter Energie und benötigter Energie soll durch das Auflösen ("Verbrennen") der vorhandenen Fettzellen ausgeglichen werden.

Dort fängt bei der Diät dann übrigens das Kalorienzählen an. Laut einer groben Berechnung durch Online-Tools habe ich erfahren, dass ich an einem normalen Arbeitstag etwa 3500kcal benötige - ca. 2000kcal davon sind mein Ruheverbrauch (also die Energie, die man Körper benötigt, wenn ich einfach nur ruhig im Bett liegen würden). Ziel ist es nun, die Energiezufuhr im gesunden Maße unter dem Tagesverbrauch zu halten.

Doch leider ist genau das garnicht so einfach. Bei meinem kurzen Ausflug in die Welt des Vegetarismus hatte ich es bereits erlebt: Wir leben in einer Fressgesellschaft! Es gibt Essen in Hülle und Fülle. Immer. Überall. Und je ungesünder es ist, um so einfacher ist es zu bekommen. 3,20€ für das fettige Essen aus der Kantine; 3,00€ für eine Currywurst mit Pommes; 2,50€ für die Chinapfanne; 1,00€ für einen Cheeseburger. Dazu Süßigkeiten, Gebäck und fettigen Knabberkram in rauhen Mengen.
Wenn man sich mal genauer umsieht (oder aufgrund seiner Einstellung zur Nahrung umsehen muss), wird man erschreckt feststellen, wie wenig gesunde Nahrungsalternativen es gibt, wenn man nicht gerade selber kocht. Versucht allein schonmal eine vegetarische Mahlzeit in einer durchschnittlichen Kantine zu erhalten. Klar, die können ja einfach das Fleisch weglassen - aber vollwertige Mahlzeiten erhält man auf die Art nicht. Einfach mal unterwegs in der Stadt was Gesundes ohne Fleisch essen? Da ist die beste Alternative noch ein Fladenbrot mit Salat von der Dönerbude.

Wenn man erstmal ein wenig Abstand von dieser geschmacklichen Reizüberflutung genommen hat, ist man regelrecht erstaunt, was für grandiose Leckerbissen im eigenen Kühlschrank auf einen warten. Montagabend bin ich zum Beispiel nach Hause gekommen, habe mir eine Brotscheibe mit Frischkäse und eine Scheibe mit Kräuterquark geschmiert - das war das wahrscheinlich leckerste, das ich seit Monaten gegessen habe. 🙂

Inzwischen habe ich ein paar grobe Ernährungsregeln für mich gefunden, die mich problemlos den Tag überstehen lassen: Morgens esse ich zu allererst ein wenig Obst, um den Kreislauf in Schwung zu kriegen. Danach meist noch ein Frühstücksbrot. Da ich relativ spät zu arbeiten anfange, reicht das meist bis zum Mittag. Dort ist dann immer die Qual der Wahl zwischen Faulheit (Kantine) oder Fleiß (geschmierte Brote). Das zweitere ist dabei oft die bessere Wahl. Für den Nachmittag habe ich dann meist schnelle Energielieferanten in Form von Obst bei mir - aber auch eine weitere Scheibe Brot um frühen Nachmittag (so gegen 15 Uhr) kann für die restlichen 3-4 Stunden sehr hilfreich sein. Abends gibts dann entweder nochmal Brot oder aber etwas warmes zu Essen (Suppe, Eintopf, Nudelgerichte) und als Belohnung wieder das obligatorische Obst.

Wenn man sich mal auf der Zunge zergehen lässt, wieviele "Snacks" da den Tag über dabei sind, fällt einem sicherlich auf, dass man wahrlich nicht hungern muss. Im Gegenteil: Man sollte dann zum Essen greifen, wenn man Hunger hat, um eben nicht in einen Fressrausch zu verfallen. Mal als Zahlenspiel: Ein normaler Apfel hat ca. 100kcal. Mein Ruheverbrauch liegt bei 2000kcal. Ich könnte also 20 Äpfel am Tag essen, wenn ich wollte - wäre zwar sehr einseitig, aber mit Blick auf den Energiehaushalt problemlos möglich. 😉

Nunja, ich werde euch auf dem Laufenden halt, ob ich meinem Ziel näher komme. 😀
Diätische Grüße, Kenny

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hab vor 3 Jahren mein Gewicht fast halbiert (von 140 auf 73 bei 1,79m) innerhalb von 6 Monaten. Jetzt liege ich seit zwei Jahren bei ca. 85, aber ist noch ok. Ich wünsch Dir viel Glück und Erfolg mit Deiner Technik. 🙂

      • Eigentlich fing alles damit an, dass ich sehr unglücklich verliebt und daher das Essen einfach mal für 2 Monate komplett eingestellt habe. In der Zeit hab ich schon allein die Hälfte der 60 kg verloren. Ich hab es auch gar nicht so richtig mitbekommen. Danach bin ich dann auf ärztlichen Rat dazu übergegangen, zunächst einmal am Tag zu essen und mit Meditation und etwas Sport anzufangen.

        Danach hab ich dann mein Essen immer mehr erweitert um gesunde Sachen. Und mittlerweile esse ich eigentlich ganz normal und hab mich um 80 bis 85 kg eingependelt. Aber wie gesagt, der Weg ist nicht für jeden möglich oder zu empfehlen. Den Heißhunger (sofern er den auftaucht) kann man aber mit Entspannung und körperbewussten Übungen gut in den Griff bekommen oder lutsch ein Bonbon. Das erfüllt auch den Zweck.

  2. Interessanter Text, kann man kurz drüber nachdenken und sich an die eigene Nase fassen. Hier und da versuche ich auch schon in eine gesündere Richtung zu driften.
    Ich esse früh seit Kurzem gesünderes Müsli mit Bananen (auch wenn es kcal technisch wahrscheinlich weit die Frühstücksskala sprengt), in der Kantine gibt es zum Mittag oft einen Salat (aber zusätzlich zum normalen Essen), nasche späten Nachmittag/Abend statt Chips oder anderem Süßkram lieber Äpfel, Paprika oder Gurten so nebenbei und versuche beim Kochen auch Zutaten bewusster zu wählen.
    Aber so ganz stark wie du bin ich nicht, McDonalds kann ich bestimmt alle 2 Wochen nicht widerstehen 😉

    • Es ist tlw. auch echt nicht leicht - zum Beispiel, wenn man am Alexanderplatz von der U-Bahn zur S-Bahn laufen muss. Da kommt man an McDoof, einem Dönerladen, einem Currywurstladen und einem Fisch-Fastfood-Laden vorbei. ~_~

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