It’s time: Die Pebble Smartwatch

Die Pebble Smartwatch ist das derzeit wahrscheinlich begehrteste Accessoire für Techniknerds. Ihre Serienfertigung wurde letztes Jahre über die Crowdfunding-Webseite Kickstarter finanziert und war die Nachricht schlechthin - immerhin wurde das Finanzierungsziel von $100.00 um das Einhundertfache übertroffen! Mit diesem Ansturm hatten selbst die Initiatoren nicht gerechnet und das gesamte Mengengerüst geriet ins Wanken. Plötzlich mussten vom Start weg über 80.000 Pebbles hergestellt, verpackt und verschickt werden.

Aus dem geplanten Versandtermin im September 2012 wurde Ende Januar 2013. Seitdem kann der Produktions- und Versandstatus auf IsPebbleShipping.com angeguckt werden. Auf GetPebble.com werden zudem Vorbestellungen für die ersten Pebbles angenommen, die nach Einlösen der Kickstarter-Investitionen produziert werden.

Auch ich war einer der Kleininvestoren und habe am letzten Freitag meine eigene Pebble beim Berliner Zoll abholen dürfen. Seitdem habe ich mir die einzelnen Funktionen der Pebble angesehen und möchte gerne ein Zwischenfazit ziehen. Eins vorweg: Der Habenwollen-Faktor bei anderen Leuten ist (verständlicherweise) sehr hoch. Bei Ebay werden einzelne Exemplare derzeit für über 250€ gehandelt. Bei einer Investition von 120€ kein schlechter Gewinn.

Spannenderweise haben einige Leute ziemliche Probleme damit, ihre Pebble wirklich zu erhalten. Der Zoll wird derzeit mit den Pebble-Importen aus Singapur förmlich überschwemmt. Probleme macht dabei wohl unter anderem, dass der Uhr keine Bedienungsanleitung (mit der notwendigen CE Declaration of Conformity) beiliegt. Diese sollte man daher ausgedruckt zum Zoll mitnehmen, wenn man seine eigenen Pebble Smartwatch abholt. Auf Pebble-Smartwatch.de kann man dieses Dokument finden.

Zollprobleme Zollprobleme

Zollprobleme

Wenn man dann also endlich sein Päckchen in der Hand hält, kann man einen ersten Blick auf die Uhr werfen. Wirklich viel findet man jedoch nicht. Da wäre zum einen die Uhr selbst und zum anderen das magnetische Ladekabel, das über einen normalen USB-Anschluss verfügt. Man kannn die Uhr also über einen USB-Port seines Rechners oder über einen normalen USB-Ladestecker aufladen.

Pebble Verpackungsinhalt

Pebble Verpackungsinhalt

Alles weitere zur Benutzung der Pebble erfährt man unter der aufgedruckten URL go.getpebble.com. Dort landet man bei einer Webseite, die einen über die ersten Schritte im Umgang mit der Uhr aufklärt. Hier sollte man bereits sein Smartphone bereithalten, denn ohne dieses ist die Pebble ziemlich nutzlos. Erst nach dem Bluetooth-Pairing mit dem ersten Gerät lässt sich diese überhaupt sinnvoll nutzen. Nun zeigt sich auch der Nutzen der Pebble App für's Smartphone.

Pebble App unter iOS Pebble App unter iOS Pebble App unter iOS

Pebble App unter iOS

Viel ist derzeit leider noch nicht möglich. Man kann prüfen, ob die Uhr verbunden ist, man kann einen "Ping" zur Uhr schicken, um die Kommunikation zu testen und man kann neue Uhrdarstellungen auf die Pebble übertragen. Echte Apps gibts es bisher hingegen noch nicht. Das kommt wahrscheinlich erst in der nächsten Zeit. Auch die Funktionen, die die Uhr selbst hat, sind bisher noch nicht sonderlich zahlreich. Diejenigen, die existieren, sind jedoch sehr überzeugend!

Pebble Funktionen Pebble Funktionen Pebble Funktionen
Pebble Funktionen Pebble Funktionen

Pebble Funktionen

Neben dem Anzeigen der Uhrzeit (die Uhr stellt sich automatisch nach der Uhrzeit des Smartphones), kann man auch die Musik-App des Smartphones steuern (in meinem Fall Spotify) - es werden sogar der Name des Liedes und des Interpreten angezeigt. Bisher ist nur das Pausieren und das Vor- und Zurückspringen implementiert, innerhalb des Liedes hin- und herspringen funktioniert (noch?) nicht. Desweiteren kann man sehen, wenn man angerufen wird. Wenn die Nummer im Telefonbuch gespeichert ist, sieht man sogar den dazugehörigen Namen. Man kann den Anruf annehmen oder ablehnen. Auch während des Telefonierens hat man die Möglichkeit, das Telefonat mit einem einfachen Tastendruck zu beenden.
Zudem wird man über ankommende E-Mails, iMessages und SMSen informiert und bekommt sogar einen Teaser der jeweiligen Nachricht angezeigt. Das Anzeigen von iMessages und SMSen funktioniert aber wohl erst seit iOS 6. Hier gibt es zudem das Problem, dass immer nur die aktuellste Nachricht angezeigt wird. Kommen also viele Nachrichten nacheinander an, verpasst man einen Großteil davon. Hier wäre es cool, wenn man die letzten X Nachrichten durchblättern könnte.

Man kann auch Alarme definieren. Da die Pebble jedoch über keinen Lautsprecher verfügt, beschränkt sich das Alarmieren auf regelmäßiges Vibrieren und auf das Anzeigen der Alarmuhrzeit. Sollte man die Pebble also als Wecker benutzen wollen, wird man sie wohl die ganze Nacht tragen müssen. Es ist außerdem nicht möglich, den Alarm nur für einzelne Wochentage zu aktivieren. Hier gibt es also noch Verbesserungspotential.

Pebble Alarm

Pebble Alarm

Das war es auch schon mit den bisherigen Funktionen. In Zukunft sollen noch weitere Funktionen folgen, z.B. eine Stoppuhr, und es soll zukünftig möglich sein, die GPS-Funktion seines Smartphones zu nutzen (z.B. um zurückgelegte Strecken zu messen). Es wird auch davon ausgegangen, dass Benachrichtigungen über weitere Mitteilungen ihren Weg auf die Pebble finden sollen - denkbar wären hier im ersten Schritt Facebook-Nachrichten, Twitter-Mentions und WhatsApp-Nachrichten. (Update: Es ist nachweislich möglich, sämtliche Nachrichten auf der Pebble anzeigen zu lassen, die auch im iOS Notification Center angezeigt werden. Wie bei reddit nachzulesen ist, ist die derzeitige Form jedoch nicht ideal. Aus diesem Grund werden derzeit nur einige wenige offiziell unterstützt.)

Zur Hardware selbst kann ich sagen, dass das Gerät unglaublich leicht ist. Man braucht keine Angst haben, dass man hier ein klobiges Gerät am Handgelenk rumschleppen muss. Bei dem standardmäßig mitgelieferten Armband handelt es sich um ein anschmiegsames Plastikarmband - dieses lässt sich jedoch auch problemlos austauschen. Das Display lässt sich bis zu einem Winkel von etwa 20° sehr gut ablesen, auch bei direktem Sonneneinfall.
Was mir nicht so gut gefällt, ist der Druckpunkt der vier Tasten an der Uhr. Sie fühlen sich wackelig und nicht sonderlich stabil an. Dadurch macht die Bedienung keinen sehr wertigen Eindruck. Leider. Auch ist mir aufgefallen, dass bei seitlichem Sonneneinfall ein Farbverlauf beim LCD sichtbar wird. Ich bin hier nicht ganz sicher, ob das mit der Produktion zusammenhängt oder ob es etwas mit ungleicher Wärmeverteilung im Gehäuse zu tun hat. Die Pebble Webseite meint dazu, dass es eine typische Erscheinung bei LC-Displays sei. (Update: Laut @jteem5 handelt es sich um einen vermeidbaren Produktionsmangel, der unter polarisiertem Licht sichtbar wird.)

Farbverlauf des Displays

Farbverlauf des Displays

Was die Uhr zudem vertragen könnte, wäre eine permanente Ladeanzeige. Beim Aufladen wird einem zwar ein Ladesymbol auf dem Display präsentiert. Man kann im normalen Betrieb jedoch nicht sehen, wie voll der Akku noch ist. Ein ensprechendes Symbol wird laut deren Webseite erst wieder angezeigt, wenn es langsam Zeit wird, die Uhr aufzuladen. Mir ist das ehrlich gesagt ein bisschen zu spät. Aber ich denke, solche Kleinigkeiten werden sich im Laufe der Zeit noch ergeben. Schließlich haben noch nicht einmal die Hälfte der Leute ihre Uhr überhaupt erhalten. Es ist klar, dass es da noch ein bisschen Verbesserungspotential gibt. Abgesehen von den eher schlechten Knöpfen bin ich bisher jedenfalls ganz zufrieden mit dem Gerät. 🙂

Im Sommer werde ich noch eine VEA Buddy Smartwatch erhalten. Dann kann ich vergleichen, welches Konzept das bessere ist. Die Produzenten der VEA Buddy haben bis dahin genug Zeit, aus den Fehlern und Erfolgen der Pebble zu lernen. Man darf generell gespannt bleiben, wie sich der Markt der Smartwatches in den nächsten Monaten entwickeln wird, sowohl Apple als auch Google haben entsprechende Konzepte angekündigt. Es könnte sein, dass hier bald ein heißer Kampf entbrennen wird.
Intelligente Grüße, Kenny

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