UltraBook oder MacBook: Was nehmen?

Wie ein paar von euch wissen, besitze ich seit rund zwei Jahren ein hübsches altes 2007er MacBook White. Ich hatte es gebraucht gekauft und samt Hardware-Aufrüstung und benötigter Software etwa 600€ dafür bezahlt. Leider hat das Gerät letztes Jahr kein Upgrade mehr auf die neuste Mac OS Version Mountain Lion erhalten - angeblich, weil der Grafikprozessor nicht ausreichend ist. Nach Apples Updatepolitik heißt das, dass das von mir verwendete Mac OS X Lion ab dem nächsten Release keine Sicherheitsupdates mehr erhalten wird. Für mich ein Grund, das Gerät nicht mehr im produktiven Alltag zu verwenden - zumindest nicht mit Mac OS.

Nichtsdestotrotz habe ich mich in den zwei Jahren sehr an Mac OS gewöhnt. Es ist in meinen Augen das beste auf dem Markt verfügbare, unixoide Endnutzer-Betriebssystem. Trotzdem geht es mir mächtig gegen den Strich, dass ich mir neue Hardware kaufen soll, weil Apple der Meinung ist, dass meine Hardware nicht mehr ausreichend ist. Weshalb kann ich das nicht selbst ausprobieren?

Würde ich ein neues MacBook kaufen, würde ich wahrscheinlich zum MacBook Air greifen. Im Alltag benötige ich ein leichtes Notebook, das ich von einem Zimmer zum anderen tragen kann, das ich auch mal auf die Couch werfen kann, ohne, dass etwas passiert. Daher wären ein Aluminiumgehäuse und eine SSD schon sehr wünschenswert. Spannenderweise verlässt mein Notebook selten bis nie das Haus. Ich nutze die Portabilität stattdessen in meinen eigenen vier Wänden.

Einfach jetzt ein MacBook Air zu kaufen, wäre jedoch eine schlechte Idee. Im Herbst werden die neuen MacBook-Modelle vorgestellt und bei dem Preisverfall, den Retina-MacBook Pros erlebt haben, gehen viele davon aus, dass im Herbst alle MacBooks inklusive der MacBook Air Modelle Retina-Displays erhalten werden. Hier heißt es also warten, wenn man wirklich zum MacBook greifen möchte.

Jenseits von Apple hat sich jedoch auch einiges getan. 2011 hat Intel die Klasse der sogenannten Ultrabooks eingeführt. Dabei handelt es sich um Notebooks, die eine Reihe von Vorgaben erfüllen müssen, die Intel aufgestellt hat. Dazu zählen ein flaches Design, "lange" Batterielaufzeiten von über fünf Stunden und Preise von unter 1000€. Man geht davon aus, dass Intel dadurch die Konkurrenz zum MacBook Air forcieren wollte. Günstige Ultrabooks zum Beispiel von Lenovo gibt es bereits ab 499€, dann jedoch mit alten Magnetfestplatten statt statt neuen Flashlaufwerken. Diese hätten durchaus ein Problem mit dem Wurf auf die Couch.

Als IBMer könnte mir zum Beispiel das Lenovo Thinkpad T430U gefallen. Dort würde ich bei meiner Wunschkonfiguration bei etwa 1300€ landen. Ein MacBook Air mit vergleichbarer Ausstattung läge derzeit bei ca. 1600€. Dafür wäre beim MacBook bereits alles fix und fertig. Ich hätte das von mir präferierte Mac OS, ich müsste mich nicht darum kümmern, Linux zu installieren, für Linux die passenden Treiber zu finden (falls diese für die neue Hardware überhaupt schon existieren) und sämtliche Software finden, die ich im Alltag benötige (allein schon ein wirklich funktionierendes Spotify könnte zum Problem werden).
Mac OS ist da an vielen Stellen von der Softwarequalität einfach besser als Linux. Spannenderweise bietet es trotzdem vieles bereits von Haus aus: Zum Beispiel Git, SVN, Dig, etc. sind von vorneherein installiert. Auch die Migration vom alten MacBook auf's neue MacBook ist problemlos über das Netzwerk möglich.

Was würdet ihr tun? Geld sparen und dafür ein Betriebssystem in Kauf nehmen, das in euren Augen nicht das beste ist, das verfügbar ist? Oder würdet ihr mehr Geld in die Hand nehmen und kompromisslos das kaufen, was ihr wollt? Auch, wenn die Gefahr besteht, dass ihr in ein paar Jahren neu kaufen müsst?
Notebook-Grüße, Kenny

8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Bei mobilen Arbeitsgeräten würde ich mittlerweile ohne mit der Wimper zu zucken zum Macbook greifen. Seit anderthalb Jahren arbeite ich damit (MBP und seit neuestem nun an einem MBA) und bin sehr zufrieden. Als stationärer Rechner darf es aber weiterhin ruhig ein PC mit Linux sein. (Mangels PC-Windows-Spielfreude ist jetzt sogar das Windows von der Platte verschwunden.)

    Klar, es gibt niemals das perfekte Betriebssystem und auch Mac OS hat so seine Tücken oder einfach Dinge, die einen stören oder fehlen.

    Man sollte Apple hier immer eines zugute halten: sie stimmen Hardware und Software gut aufeinander ab, sodass das Betriebssystem in aller Regel reibungslos läuft. Dagegen ist die PC-Welt ein reines Chaos.

    Übrigens: unter meinem Arch Linux installiert sich spotify problemlos und läuft einfach. Einziges »Problem« ist, dass du Bezahlkunde sein musst, weil der Client auf Linux in einer Beta ohne Werbung ist (und werbefrei darf man halt nur genießen, wenn man bezahlt).

    • Mein Arduino-Projekt hat ja das Ziel, dass ich meine Windows-VM von meinem Mac schmeißen kann. Ich nutze die für eine einzige Anwendung.

      Dass man Bezahlkunde bei Spotify sein muss, damit hätte ich kein Problem - da ich Spotify auch unterwegs nutze, habe ich sowieso ein Premium-Abo. ^^

      • @spotify: Kann es sein, dass es Distros gibt, die spotify einfach nur ziemlich hässlich paketieren und es deswegen nicht so richtig funzt? Oder ist es nur der Linux-Beta-Status, der dir Bauchschmerzen bereitet? Oder benutzt du einfach einen alternativen Client als jenen, der von spotify selbst kommt?

        • Nunja. Ich hatte die Betaversion direkt von Spotify.com ausprobiert und das ganze tat einfach nicht. Es wurde keine Musik abgespielt mit dem Hinweis, dass bestimmte Soundtreiber benötigt werden würden. Doch auch nach Installation ebendieser wollte das Programm einfach nicht seine Arbeit verrichten.

  2. Ich habe seit ein paar Monaten ein X201s und bin super zufrieden damit. Thinkpads sind im Allgemeinen unverwüstlich und sie haben vollständige Hardwareunterstützung unter Linux.

    Macs haben zum Teil eher miese Hardwarekomponenten. Mir ist an meinem weißen Macbook trotz seltener Benutzung (vielleicht 200 Stunden), das Netzteil, der Akku und die Festplatte kaputt gegangen. Daher werde ich mir irgendwann ein möglichst billiges Macbook zum Kompilieren holen. Ausserdem finde ich diese Updatepolitik auch eher zum Kotzen. Ich kann mir jetzt nicht alle 4 Jahre ein teures Notebook kaufen, was ich eh für nichts anderes nutze.

    • "Möglichst billig" fängt aber auch schon bei 999€ an, wenn es ein neues sein soll. Oder du nimmst einen Mac Mini. Der beginnt bei 629€.

  3. Die Frage nach der Gefahr, in „ein paar Jahren neu kaufen“ zu müssen, stellt sich meiner Meinung nach nicht. Die Gefahr besteht ja eigentlich immer, wenn es um Technik geht. Klar, ein Stück weit kann man Apple hier schon geplante Obsoloszenz vorwerfen. Andererseits gibt es meinem Empfinden nach kaum andere Hersteller, deren Notebooks sich 6 Jahre lang tagtäglich produktiv einsetzen lassen.

    Ich würde in der Situation wohl nur abwarten, bis Apple neue Hardware und OS X 10.9 vorgestellt hat. Wenn dann die neuen MacBooks deinen Ansprüchen genügen, würde ich zu ihnen greifen, ansonsten wird es eben ein Thinkpad.

    • Das ist es eben. Wenn ich Linux verwende, dann habe ich dieses Problem mit der veralteten Hardware nicht. Ich habe z.B. drüben im Arbeitszimmer ein Thinkpad T23 aus dem Jahre 2002, das mir noch treue Dienste als Server leistet. Daneben steht ein Thinkpad T41 aus dem Jahre 2004, auf dem ein Debian seine Desktoparbeit verrichtet (den ich aber kaum nutze, da Mac OS X einfach das bessere Desktop-OS ist).

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