Was lange währt… Datenhaltung

Sind meine Daten eigentlich sicher? Kann ich es verschmerzen, wenn eine meiner Festplatten den Geist aufgibt? Ist es erträglich, wenn eine meiner optischen Backupmedien nicht mehr lesbar ist? Wann habe ich eigentlich das letzte Backup gemacht? Sollte ich nicht mal wieder eins machen? Aber wohin?

Das sind so die Fragen, die einem früher oder später durch den Kopf gehen. Fragen, die auch mir immer häufiger durch den Kopf gegangen sind. Die Zahl derer im Freundeskreis, die bereits einen "Datencrash" hatten, steigt inzwischen an. Zu meiner Schulzeit vor etwa 10 Jahren kamen die ersten Digitalkameras und die ersten Fotohandys in Mode. Erinnerungensaufnahmen, die man heute wahrscheinlich nicht einmal mehr wiederfindet. Überall hat man ein paar seiner Erinnerungen verstreut, teilweise veraltete Kopien auf anderen Datenträgern zwischengelagert oder einfach mal auf ihnen abgespeichert, um sie mitzunehmen.

Inzwischen war meine eigene Datenhaltung eher ein Wust als ein System. Dieses Problem wollte ich endlich beseitigen. Ich hoffe, dass die von mir aufgebaute Lösung dazu geeignet sein wird. :)

Weizennas: Netzwerkspeicher mit Extras

Weizennas: Netzwerkspeicher mit Extras

Zuerst einmal musste ein Gerät her, dass den Datenbauch meiner digitalen Identität bilden sollte. Ich hatte schon länger ein Auge auf die NAS-Systeme (NAS = Network Attached Storage) der Firma QNAP geworfen. Das erste Mal vor gut 3 Jahren. Jedoch schienen sie mir immer überdimensioniert. Nachdem jedoch fast jeder aus meinem Freundeskreis inzwischen zufrieden einen QNAP NAS einsetzen, habe ich auch endlich dort zugeschlagen und mir den QNAP TS-469 Pro geholt. Da selbst Cisco die NAS-Systeme von QNAP rebranded verkauft, sollte ich da also ein halbwegs zuverlässiges Gerät erworben haben. :)

Das eigentliche NAS-Gerät ist jedoch nur die halbe Miete. Alles steht und fällt mit den Festplatten. Hier sollte man nicht knausern, denn erst sie sorgen für die eigentliche Sicherheit der Daten. Da ich hier keine Abstriche machen wollte, habe ich mich für Western Digital RE4 Festplatten entschieden. Bei diesen handelt es sich um die Enterprise-Serverfestplatten von Western Digital mit einer Mean Time between Failures von 1,4 Millionen Stunden und 5 Jahren Garantie. Der QNAP ist mit vier dieser Festplatten voll bestückt, eine fünfte Festplatte liegt als Ersatz bereit. :)

Da ein Stromausfall bei solch einem Gerät tötlich sein kann, habe ich mich dazu entschieden, mir eine unterbrechungsfreie Stromversorgung zuzulegen, die dem NAS-System im Falle eines Stromausfalles noch genug Zeit gibt, sich ordentlich herunterzufahren. Meine Entscheidung fiel schlussendlich auf den APC Back-UPS Pro 550. Für den kurzfristigen Betrieb des NAS-Systems war dessen Kapazität vollkommen ausreichend. Erfolgreich getestet wurde er bereits. :)

Test der unterbrechungsfreien Stromversorgung

Test der unterbrechungsfreien Stromversorgung

Abschließend wollte ich unbedingt noch die Möglichkeit haben, ein externes Backup anzulegen. Hierzu benötigte ich ein Gehäuse, das schnelle Datenübertragung ermöglicht und möglichst robust ist. Gelandet bin ich beim RaidSonic RAIDON GT1650-SB3 Gehäuse, das neben USB 3.0 auch eSATA bietet und sogar über eine HotSwap-Funktion verfügt. Das ganze wurde wieder mit einer Western Digital RE4 bestückt. :D

Externe Backup-Festplatte

Externe Backup-Festplatte

Mit diesem Zoo an toller Hardware konnte ich nun folgende Datenhaltungsstrategie etablieren: Zwei Festplatten, die im RAID-1 Verbund die eigentlichen Daten gespiegelt vorhalten. Eine weitere Platte, auf die einmal pro Woche ein Backup überspielt wird, sowie die vierte Platte, die als HotSpare Festplatte fungiert, falls einmal eine der drei anderen Festplatten ausfällt. Und darüber hinaus dann eben noch die externe Festplatte, die per eSATA angeschlossen ist und auf die monatlich ein Backup geschrieben wird. Das ganze natürlich durch die unterbrechungsfreie Stromversorgung abgesichert. :)

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr euch schon einmal Gedanken um dieses Thema aus? Was für Backupstrategien verwendet ihr? Und... hattet ihr schon mal einen Datencrash? :-(
Speichernde Grüße, Kenny