Mopidy statt Spotify unter Linux

Seit längerem bin ich Spotify-Nutzer - anfangs noch unter Windows, inzwischen unter iOS und Mac OS X. Vor kurzem habe ich mein altes MacBook White mit einer SSD und einem neuen Akku ausgerüstet und Debian aufgespielt. So steht das Gerät nun als pseudostationärer Rechner bei mir rum.

Natürlich wollte ich auch dort gern Spotify verwenden, allerdings hatte ich damit durchaus Schwierigkeiten - denn Spotify bietet für Linux keinen stabilen Player an. Es gibt zwar einen experimentellen Ableger, der hatte bei meinen letzten Versuchen jedoch gar nicht funktioniert.

Alternativ hat man die Möglichkeit, die Windows-Version des Players via Wine laufen zu lassen. Das funktioniert zwar halbwegs gut, hat bei mir aber den Effekt, dass meine (Dual-Core-) CPU zu 100% ausgelastet wird.

Spotify via Wine unter Linux Spotify via Wine unter Linux

Spotify via Wine unter Linux

@Tainnor machte mich nun gestern darauf aufmerksam, dass ich doch einmal Mopidy ausprobieren könnte. Dabei handelt es sich zwar eigentlich um einen Musik-Streamingserver, dank einer Spotify-Extension und eines Webclients kann man es jedoch auch als alternativen Spotify-Client verwenden. 🙂

Die eigentliche Einrichtung geht dabei schnell von der Hand. Zuerst einmal muss man das Mopidy-Repository in seine Sources-Liste mit aufnehmen und den zugehörigen Public-Key importieren.

1
2
sudo wget -q -O /etc/apt/sources.list.d/mopidy.list http://apt.mopidy.com/mopidy.list
wget -q -O - http://apt.mopidy.com/mopidy.gpg | sudo apt-key add -

Anschließend kann man bereits die nötigen Pakete installieren - darunter ist der Mopidy Streamingserver, die Spotify-Extension und PIP, das wir für die Installation der Mopidy Weboberfläche benötigen werden.

1
2
sudo apt-get update
sudo apt-get install mopidy mopidy-spotify python-pip

Als nächstes kann dann die Weboberfläche installiert werden. Hier habe ich mich für den Mopidy MusicBox Webclient entschieden. Er ist einfach aufgebaut, hat eine intuitive Oberfläche und unterstützt die Spotify-Playlists und auch die Suche im Spotify-Repertoire. Die Installation ist ziemlich einfach:

1
sudo pip install Mopidy-MusicBox-Webclient

Nun kann man sich die Mopidy-Konfigurationsdatei erstellen lassen, um diese zu bearbeiten. Dazu startet man Mopidy über einen Terminal und beendet ihn einfach direkt wieder. Die Datei wird dann unter "~/.config/mopidy/mopidy.conf" angelegt. Mopidy selbst muss nicht als Root gestartet werden und kann via Ctrl+C wieder geschlossen werden:

1
2
mopidy
vi ~/.config/mopidy/mopidy.conf

Die Konfigurationsdatei enthält bereits Konfigurationsblöcke. Diese sind zwar auskommentiert, zeigen jedoch, wie die Default-Werte der Konfiguration aussehen. Am Ende der Konfigurationsdatei fügt man nun einfach einen weiteren Konfigurationsblock für die Spotify-Extension ein, der wie folgt aussehen sollte:

1
2
3
4
5
6
7
[spotify]
enabled = true
username = <Spotify-Username>
password = <Spotify-Password>
bitrate = 320
timeout = 10
cache_dir = $XDG_CACHE_DIR/mopidy/spotify

Wenn das erledigt wurde, kann man nun Mopidy erneut über einen Terminal starten. Die Ausgabe von Mopidy sollte dann so ähnlich aussehen:

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
INFO     Starting Mopidy 0.19.4
INFO     Loading config from: builtin defaults, /etc/xdg/mopidy/mopidy.conf, /home/kenny/.config/mopidy/mopidy.conf, command line options
INFO     Enabled extensions: spotify, mpd, http, stream, softwaremixer, musicbox_webclient, local
INFO     Disabled extensions: none
INFO     Starting Mopidy mixer: SoftwareMixer
INFO     Mixing using GStreamer software mixing
INFO     Starting Mopidy audio
INFO     Starting Mopidy backends: SpotifyBackend, LocalBackend, StreamBackend
INFO     Mopidy uses SPOTIFY(R) CORE
INFO     Loaded 0 local playlists from /home/kenny/.local/share/mopidy/local/playlists
INFO     No local library metadata cache found at /home/kenny/.local/share/mopidy/local/library.json.gz. Please run `mopidy local scan` to index your local music library. If you do not have a local music collection, you can disable the local backend to hide this message.
INFO     Loaded 0 local tracks using json
INFO     Audio output set to "autoaudiosink"
INFO     Starting Mopidy core
INFO     Starting Mopidy frontends: HttpFrontend, MpdFrontend
INFO     MPD server running at [::ffff:127.0.0.1]:6600
INFO     HTTP server running at [::ffff:127.0.0.1]:6680
INFO     Connected to Spotify
INFO     Loaded 36 Spotify playlists

Das Mopidy-Frontend findet ihr unter http://localhost:6680/. Dort wird euch auch eine Liste der installierten Webclients angezeigt - samt Verlinkung zur jeweiligen Oberfläche.

Mopidy Einstiegsseite

Mopidy Einstiegsseite

Mit einem Klick auf den angezeigten Link gelangt ihr in den Webclient. Wählt dort ein Lied aus und lasst es abspielen. Klappt das bei euch, dann seid ihr auch schon fertig mit der Installation von Mopidy samt der Konfiguration vom Webclient und von Spotify.

Mopidy unter Linux Mopidy unter Linux

Mopidy unter Linux

Bei mir hat der Einsatz von Mopidy anstelle des offiziellen Spotify-Clients jedenfalls seinen Zweck erfüllt. Meine CPU läuft nun nicht mehr auf Hochtouren, nur um Musik zu streamen. Gleichzeitig kann Mopidy so konfiguriert werden, dass es auch lokale Musikbibliotheken bereitstellen und sogar remote verwendet werden könnte. 🙂

Streamende Grüße, Kenny

Schreibe einen Kommentar

Um Ihnen beim weiteren Kommentieren auf dieser Webseite die erneute Eingabe Ihrer Daten zu ersparen, wird beim Absenden Ihres Kommentars ein Cookie an Ihren Browser gesendet und von diesem gespeichert. Mit dem Absenden eines Kommentars auf dieser Webseite stimmen Sie der Speicherung und Übertragung dieses Cookies explizit zu.

Pflichtfelder sind mit * markiert.