Orientiert Microsoft sich zukünftig an Apple?

Schon seit ein paar Jahren schreibe ich schon über die Veränderungen, die im Microsoft-Konzern vor sich gehen. Schon damals deutete sich in meinen Augen an, dass Microsoft seine Plattform umfassend restrukturieren würde - letztes Jahr hatte ich sogar die Vermutung in den Raum gestellt, dass Microsoft potentiell den gleichen Weg wie Apple gehen könnte, wenn es um die Vermarktung ihrer Produkte geht.

Und tatsächlich deuten die neuerlichen Umstrukturierungen in der Führungsriege von Microsoft darauf hin, dass Microsoft potentiell den gemeinsamen Vertrieb von Hard- und Software als Ziel im Auge haben könnte.
Bei Apple ist das schon seit geraumer Zeit so - man bezahlt keine neue Betriebssystemversion, sondern finanziert diese Weiterentwicklung durch den Kauf der Mac-Hardware gleich mit. Damit die Nutzererfahrung gut ist, gibt es dafür eine enge Verzahnung zwischen der Hardware- und der Betriebssystementwicklung.

Im Hause Microsoft wird es diese Verzahnung nun zukünftig in der Windows and Devices Group geben. Daraus ergeben sich spannende Synergien: Das neue Windows 10 soll auf Smartphones, Tables, Notebooks und Desktop-PCs gleichermaßen laufen. Gleichzeitig ist Microsoft derzeit selbst Anbieter von Smartphones, Tables und einer x86-basierten Spielekonsole (der Xbox One). Der Gedanke, dass es zukünftig tatsächlich ein Microsoft-Laptop geben könnte, ist also gar nicht mal so abwegig, wie noch vor ein paar Jahren.

Doch auch im Topmanagement des Unternehmens weht offenbar ein neuer Wind: Bereits mehrere Manager mussten in den letzten Jahren das Unternehmen verlassen und auch jetzt schrumpft das Managementteam um ein viertel. Apple ist geprägt von bekannten Gesichtern des Topmanagements, während das Team von Microsoft zwar klar benannt aber öffentlich nicht präsent ist. Auch an dieser Stelle kann ich mir vorstellen, dass sich dies in Zukunft ändern könnte.

Abschließend - und das verwundert viele Leute - hat Microsoft einen Weg eingeschlagen, der mehr Offenheit und Teilnahme an der OpenSource-Community zeigt. Während Apple schon seit jeher eine gewisse OpenSource-Tradition pflegt, hatte Microsoft seine OpenSource-Bemühungen in eine separate Tochterfirma ausgelagert, die sich vor allem um die Anbindung von fremden OpenSource-Projekten an Microsoft-Infrastrukturen beschäftigte. Diese auf OpenSource spezialisierte Tochter soll in Zukunft wieder in das Mutterunternehmen integriert werden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich Microsoft weiter entwickeln wird. Die Dinge, die bisher zu erkennen sind, haben jedenfalls das Potential dazu, das Unternehmen Microsoft neu zu definieren und als ernsthaften Konkurrenten zu Apple wieder in den Ring zu befördern.

Orientierte Grüße, Kenny

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