Quidditch WorldCup 2016 in Deutschland

Vom 23.07. bis 24.07. war es soweit - der Quidditch WorldCup 2016 fand in Frankfurt am Main in Deutschland statt. Quidditch, für die, die es nicht wissen, ist eine Sportart aus den Harry-Potter-Romanen, die auf fliegenden Besen ausgetragen wird. 2005 kamen amerikanische Studenten auf die Idee, eine Abwandlung namens Muggle-Quidditch zu erfinden und die ersten Spiele auszutragen. Besen gibt es immer noch - nur leider ohne Flugfähigkeiten. Stattdessen behindern sie die Spieler beim Laufen, Fangen und Werfen.

Als ich im März erfuhr, dass es Muggle-Quidditch gibt, war ich Feuer und Flamme für die Idee. Als ich dann auch noch erfuhr, dass die nächste Weltmeisterschaft hier in Deutschland stattfinden würde, war für mich klar, dass ich dorthin reisen würde. 🙂

Eintrittsbändchen

Eintrittsbändchen

Die Spiele, die ich beim Quidditch WorldCup sah, waren tatsächlich die ersten, die ich live gesehen habe. Und ich muss gestehen, ich war sehr überrascht, wie hart dieser "Nerd-Sport" ausgetragen wurde. Die Härte, mit der gespielt wurde, erinnerte mich eher an eine fair ausgetragene Partie Rugby. Dementsprechend hoch war auch die Zahl der Verletzungen im Verlaufe des Turniers.
So hatte beispielsweise die südkoreanische Mannschaft das Problem, dass sie mit 7 Spielern angereist war. 7 Spieler benötigt man im Laufe eines Matches und einer ihrer Spieler verletzte sich bereits in der Vorrunde, sodass dieser den Rest des Turniers humpelnd auf dem Spielfeld stehen musste. Eine italienische Spielerin musste offenbar sogar mit einer Nasenfraktur ins Krankenhaus gefahren werden.

Impressionen Impressionen Impressionen

Impressionen

Auch hatte ich das erste Mal die Möglichkeit, einen "Sportbesen" aus der Nähe zu betrachten. Offenbar ist Petersons Brooms so ziemlich der einzige große Hersteller von Quidditch-Sportbedarf. Er war auch vor Ort mit einem Stand vertreten.

Sportbesen Sportbesen

Sportbesen

Besonders angetan hat es mir die britische Mannschaft. Nicht nur, dass sie eine sehr faire Spielweise an den Tag legte... auch ihre Fans waren zahlreich angereist und verbreiteten eine phänomenale Stimmung.
Besonders ergreifend fand ich das Vorrundenspiel der Briten gegen Südkorea. Da der südkoreanische Spieler bereits verletzt war und die südkoreanische Mannschaft auch keine großartige Fangemeinde mitgebracht hatte, entschieden sich die britischen Fans, einfach die gegnerische Mannschaft anzufeuern, um auch für sie den WorldCup zu einem tollen Erlebnis werden zu lassen.
Da die südkoreanische Mannschaft keine Ersatzspieler hatte und Quidditch ein ausdauerintensiver Sport ist, einigte man sich darauf, dass die Südkoreaner inoffizielle Auszeiten nehmen dürften, um sich zwischendurch erholen zu können.
Als der südkoreanische Seeker am Ende des Spiels dann auch noch den Snitch fing, gab es kein Halten mehr. Die britischen Fans liefen auf's Spielfeld, bejubelten den Spieler und hoben ihn auf ihre Schultern. Einfach großartig. 🙂

die britische Mannschaft und ihre Fans die britische Mannschaft und ihre Fans

die britische Mannschaft und ihre Fans

Die Vorrunde war aus meiner Sicht gut organisiert. Schade war es hingegen ein wenig, dass die Strukturierung des Finaltags erst an dessen Morgen veröffentlicht wurde. Die groben Zeitpläne hätte man ruhig schon im Vorhinein veröffentlichen können.

Spielpläne Spielpläne Spielpläne

Spielpläne

Apropos Organisation: Obwohl (oder gerade weil?) es sich um eine eher kleine Veranstaltung gehandelt hat, waren die Toiletten vorbildlich sauber und angenehm zu verwenden - obwohl es sich um Miettoiletten handelte. Es roch angenehm, sie wurden jeden Tag geleert, es gab genügend Toilettenpapier und in ihnen hing sogar eine Art Seifenspender, dank dem man sich "danach" die Hände waschen konnte. 🙂

Toiletten

Toiletten

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Quidditch ein ziemlich spannender Sport sein kann, wenn die Mannschaften ebenbürtig sind... und, dass ich persönlich wahrscheinlich nicht mit dem Quidditch-Spielen anfangen werde, da meine alternden Knochen mit der Härte des Sports wahrscheinlich nicht zurecht kommen würden. Ich werde allerdings mal die Ohren offen halten, wann so die nächsten Quidditch-Spiele hier in Berlin stattfinden werden. 😀

Snitch-jagende Grüße, Kenny

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Wie schade ist das denn? Da findet ein Quidditch-Tunier in Deutschland statt und ich erfahre es einen Monat später. Da wäre ich auf jeden fall auch dabei gewesen.
    Aber vielen Dank für die lebendige Erzählung Deiner Erlebnisse.

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